Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Franziska Giffey stellt den 16. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung der Öffentlichkeit vor

Foto: BMFSFJ

11. November 2020 -

Wie junge Menschen für demokratische Teilhabe gewonnen und befähigt werden können, ist Thema des 16. Kinder- und Jugendberichts. Es ist der erste Kinder- und Jugendbericht, der sich ausführlich und systematisch mit dem Thema politische Bildung im Kindes- und Jugendalter befasst. Erarbeitet wurde der Bericht mit dem Titel „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“ im Auftrag der Bundesregierung von einer 14-köpfigen unabhängigen Sachverständigenkommission aus Wissenschaft und Praxis in der Zeit von September 2018 bis Juli 2020. Die Geschäftsführung für den 16. Kinder- und Jugendbericht lag beim Deutschen Jugendinstitut (DJI). Dabei haben die DJI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler die Sachverständigenkommission bei ihrer Arbeit inhaltlich und organisatorisch sowie fachlich-wissenschaftlich unterstützt.

Anfang September 2020 hat Bundesjugendministerin Franziska Giffey den Bericht in Berlin entgegengenommen. Anschließend hat die Bundesregierung eine Stellungnahme dazu erarbeitet. Der Bericht wurde heute im Bundeskabinett beschlossen und dem Deutschen Bundestag vorgelegt. In einer Pressekonferenz stellte die Bundesjugendministerin ihn der Öffentlichkeit vor.

Grundlage für die politische Bildung junger Menschen

Der Bericht schafft eine umfassende Grundlage, um die politische Bildung für junge Menschen bis zum Alter von 27 Jahren zu bilanzieren und weiterzuentwickeln. Erstmals liefert er auf rund 600 Seiten eine breite Übersicht über die sozialen Räume, innerhalb derer politische Bildung stattfindet. Dazu gehören vorrangig Familien, Kindertagesbetreuung, Schule, berufliche Bildung und der gesamte Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Zugleich wird die Aufmerksamkeit auf die digitalen Welten, die Protestbewegungen, die Angebote der parteinahen Jugendbildung die Hochschulen und die Bundeswehr sowie die Freiwilligendienste gelegt. Unter dem Stichwort „unterschätzte Räume“ werden bislang eher vernachlässigte Bereiche politischer Bildung thematisiert, die für die jeweiligen Kinder und Jugendlichen große Bedeutung besitzen. Dazu gehören beispielsweise die ganztägigen Angebote im Kontext Schule, die stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Jugendstrafvollzug und die Jugendsozialarbeit. Eine besondere Anforderung im Berichtsauftrag bestand darin, die Perspektive der jungen Menschen in die Erstellung des Berichts einzubeziehen beispielsweise mit Workshops, Gesprächsrunden und Interviews.

Der Kinder- und Jugendbericht macht deutlich, wie vielfältig Formate und Inhalte politischer Bildung sind. Er belegt erneut, dass politische Bildung mehr als Wissensvermittlung über Institutionen ist, sondern viel mit erlebter Praxis zu tun hat. Zugleich zeigt er auf, dass es an vielen Stellen Klärungsbedarf gibt, was unter politischer Bildung verstanden werden kann.

Broschüren zu zentralen Erkenntnissen und Empfehlungen

Die Sachverständigenkommission hat zentrale Erkenntnisse und damit verbundene Empfehlungen formuliert (siehe dazu die Kapitel 17-21 im Bericht). In einer Broschüre des BMFSFJ „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“ wurden wesentliche Ergebnisse zusammengefasst. Darüber hinaus gibt es auch für den 16. Kinder- und Jugendbericht eine eigene Broschüre für junge Menschen, die von einem Team der Jugendpresse Deutschlands erarbeitet wurde.

Der Kinder- und Jugendbericht wird in jeder Legislaturperiode dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt. Die Bundesregierung beauftragt damit jeweils eine neu zusammengesetzte unabhängige Kommission. Die Themen werden den Kommissionen vorgegeben; jeder dritte Bericht ist ein sogenannter Gesamtbericht. Die Geschäftsstelle am DJI unterstützt seit dem Erscheinen des dritten Jugendberichts im Jahr 1972 die Arbeit der Kommissionen inhaltlich und organisatorisch.

Mit der Erstellung des 16. Kinder- und Jugendberichts waren beauftragt:
Dr. Reiner Becker, Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. Anja Besand, Technische Universität Dresden
Ina Bielenberg, Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V.
Prof. Dr. Julia von Blumenthal, Europa-Universität Viadrina Frankfurt
Prof. Dr. Andreas Eis, Universität Kassel
Prof. Dr. Frauke Hildebrandt, Fachhochschule Potsdam
Cansu Kapli , Türkische Gemeinde in Deutschland e. V.
Thomas Krüger, Bundeszentrale für politische Bildung
Prof. Dr. Dirk Lange, Universität Wien und Leibniz Universität Hannover
Hanna Lorenzen, Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung
Dr. Stine Marg, Georg-August-Universität Göttingen
Prof. Dr. Kurt Möller, Hochschule Esslingen
Prof. Dr. Christian Palentien, Universität Bremen
Christian Weis, Deutscher Bundesjugendring

Pressemeldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Geschäftsführung des 16. Kinder- und Jugendberichts, DJI
16. Kinder- und Jugendbericht „Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter“
Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter.
Zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen des 16. Kinder- und Jugendberichts (Kurzbroschüre)

Mitreden! - Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter. Die Jugendbroschüre zum 16. Kinder- und Jugendbericht

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Kontakt

Dr. Christian Lüders
Leitung Abteilung „Jugend und Jugendhilfe“, DJI
Tel.: +49 89 62306-210
lueders@dji.de

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Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089 62306-311
horn@dji.de