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Geteilte Kinderbetreuung nach einer Trennung geht mit einer höheren Erwerbstätigkeit von Müttern einher

88 Prozent der Mütter, die Kinder nach einer Trennung in geteilter Betreuung aufziehen, sind erwerbstätig – deutlich häufiger als Mütter, die nach einer Trennung überwiegend selbst betreuen und Mütter in nichtgetrennten Paarfamilien.

31. Juli 2026 -

Nach einer Trennung der Eltern besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der zeitlichen Aufteilung der Kinderbetreuung und der Erwerbsbeteiligung von Müttern. Dies zeigt eine neue Auswertung des Moduls „Post-Separation Family“ (PSF) innerhalb des Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, kurz AID:A, des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Das Modul untersucht Familien nach einer Trennung.

Mütter, die nach einer Trennung eine geteilte Betreuung, das sogenannte Wechselmodell, praktizieren, sind mit 88 Prozent deutlich häufiger erwerbstätig als überwiegend selbst betreuende Mütter und auch deutlich häufiger als Mütter in nichtgetrennten Paarfamilien (jeweils 72 Prozent). Für Deutschland liegen damit erstmals bevölkerungsrepräsentative Befunde zu diesem Zusammenhang vor.
 

Balkendiagramm zum Anteil erwerbstätiger Mütter nach Familienform und Betreuungsarrangement. Der Anteil beträgt 72 % in Paarfamilien mit ausschließlich gemeinsamen Kindern, 88 % im Wechselmodell (8–15 Nächte beim nicht im Haushalt lebenden Elternteil), 72 % bei überwiegender Betreuung durch die Mutter (0–7 Nächte) und 67 % bei fehlendem Kontakt oder verstorbenem nicht im Haushalt lebenden Elternteil.


Basierend auf diesen Erkenntnissen gehen die Forschenden des DJI davon aus, dass Familie und Beruf sich nach einer Trennung besser vereinbaren lassen, wenn beide Elternteile einen substanziellen Anteil der Kinderbetreuung übernehmen. Allerdings ist der Anteil der Kinder, die in Deutschland nach einer Trennung in geteilter Betreuung aufwachsen, im internationalen Vergleich noch sehr gering: Rund 12 Prozent der Minderjährigen in Nachtrennungsfamilien verbrachten im Jahr 2019 acht oder mehr Nächte im Monat bei ihrem Nicht-Residenz-Elternteil.
 

Beitrag im Journal of Family Research: Recksiedler, C., Schacht, D., Schüller, S., Boll, C., Entleitner-Phleps, C., Langmeyer, A., Walper, S., Zerle-Elsäßer, C. (2026). Enhancing potentials for research on post-separation families using the Growing Up in Germany panel study. Journal of Family Research, 38, S. 110–129AID:A-Kompetenzteam: Erwachsene/FamilieDJI-Survey “Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A)”

 

Kontakt
Dr. Claudia Hoffmann-Recksiedler
AID:A-Kompetenzteam: Erwachsene/Familie
Tel.: 089/62306-418
hoffmann-recksiedler@dji.de 

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-397
mkern@dji.de