Trennungsrisiko missglückter Berufseinstieg
Viele junge Paare halten den Berufseinstieg für den Grundstein einer festen Beziehung. Doch eine Studie zeigt: Misslingt der Start ins Arbeitsleben, ist die Trennungsrate insbesondere bei Männern deutlich erhöht
Die beiden Wissenschaftlerinnen analysierten Daten aus dem Beziehungs- und Familienpanel Pairfam. Dieser liefert Längsschnittdaten über Partnerschaftsverläufe junger Menschen in Deutschland. In ihrer Ereignisdatenanalyse werteten Heintz-Martin und Zabel Daten von mehr als 1500 westdeutschen Männern und Frauen im Alter von 18 bis Anfang 30 aus. Während sich frühere Forschungsarbeiten meist mit dem Einfluss des Berufseinstiegs auf die Neigung von Paaren befassten, in eine Wohnung zusammenzuziehen, untersucht die aktuelle Studie ebenso die Trennungsrate beim Wechsel von der Ausbildung oder dem Studium in den Beruf.
Die beiden Autorinnen der Studie prüften unter anderem, welchen Einfluss Arbeitslosigkeit auf die Stabilität von Partnerschaften hat. In einem Modell mit drei parallelen Prozessen wurde der Einfluss von Ausbildung, Beschäftigung und Nicht-Beschäftigung auf die Trennungsrate und die Zusammenzugsrate untersucht, bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Bestimmungsfaktoren des Berufseintritts. Dabei zeigten sich die deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschiede.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Arbeitslosigkeit des Mannes junge Paare stark belastet, die Arbeitslosigkeit der Frauen dagegen nicht“, erklärt Heintz-Martin. Verantwortlich für diese geschlechtsspezifische Differenz könne zum einen sein, dass Männer und Frauen persönliche Lebenskrisen unterschiedlich verarbeiten. Zum anderen scheinen aber auch traditionelle Rollenbilder einen Einfluss zu haben, folgert die Soziologin: „Offenbar sehen die jungen Paare Männer immer noch in der Rolle des Ernährers.“
Die Studienergebnisse sind unter dem Titel „The stability of partnerships across the transition from education to employment” im Journal of Youth Studies erschienen, eine interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Peer-Review-Zeitschrift für Jugendforschung. Der Artikel ist kostenpflichtig.
Kontakt
Dr. Valerie Heintz-Martin
Abteilung Familie und Familienpolitik
089/62306-543
heintz-martin@dji.de
Dr. Cordula Zabel
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
0911/179-5956
Cordula.Zabel@iab.de
Birgit Taffertshofer
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-180
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