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Mehr Kinder mit sprachlichen Entwicklungsauffälligkeiten vor der Einschulung

Dr. Susanne Lochner plädiert im Forschungsmagazin DJI Impulse für eine abgestimmte Diagnostik und passgenaue Unterstützungsangebote, die Kompetenzen für das spätere Lesen, Schreiben und Rechnen fördern

14. September 2026 -

Die neu veröffentlichten Ergebnisse der Schulleistungsstudie PISA zeigen einmal mehr: Viele Jugendliche erreichen nicht die erforderlichen Basiskompetenzen für Lesen und Mathematik, zugleich bleibt der Bildungserfolg in Deutschland stark von der sozialen Herkunft abhängig. Zentrale Grundlagen für die Kompetenzentwicklung der Kinder werden bereits vor Schuleintritt gelegt, zeigt eine Auswertung zu Schuleingangsuntersuchungen im Zehnjahresvergleich, die das Deutsche Jugendinstitut (DJI) für den nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ umgesetzt hat.

Die aktuellen Ergebnisse machen deutlich, dass Entwicklungsauffälligkeiten in den sprachlichen, mathematischen und kognitiven Vorläuferkompetenzen zugenommen haben – also bei grundlegenden Fähigkeiten, die für das spätere Lesen, Schreiben und Rechnen wichtig sind. Hierzu gehören beispielsweise Artikulation und Grammatik, Zählen und Mengenverständnis sowie Aufmerksamkeit, visuelle Wahrnehmung und logisches Denken (siehe Abbildung). Insbesondere im Bereich Sprache zeigt sich eine Verschlechterung.
 

 

Wie früh Unterstützungsbedarfe erkannt und Bildungsbenachteiligungen aufgefangen werden können, hängt auch von Diagnostik und Förderung vor Schuleintritt ab. Vor diesem Hintergrund plädiert DJI-Wissenschaftlerin Dr. Susanne Lochner in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse mit dem Titel „Bildung ohne Barrieren“ dafür, passgenaue Unterstützungsangebote für Kinder zu entwickeln. Hierfür seien frühe Testungen wie etwa U-Untersuchungen beim Kinderarzt, Sprachstandserhebungen oder Entwicklungsportfolios in Kitas, besser aufeinander abzustimmen und kindgerecht zu gestalten. Dadurch könnten auch Parallelstrukturen in der Diagnostik vermieden und die Belastung durch Testverfahren für Kinder und Familien minimiert werden. 

Dass Handlungsbedarf besteht, verdeutlicht eine Abfrage bei den Bundesländern, die DJI-Forschende für den nationalen Bildungsbericht 2026 durchgeführt haben: Einige Bundesländer erfassen den Sprachstand aller Kinder, andere testen nur Kinder, die keine Kita besuchen. Und auch bei den Konsequenzen gibt es Unterschiede: Nur acht Länder verpflichten Kinder bei festgestelltem Bedarf zur Teilnahme an einer Fördermaßnahme.

Ebenso wichtig ist Lochner zufolge ein gut abgestimmter Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule, der nicht alleine von den Fähigkeiten des Kindes abhängt. Vielmehr komme es darauf an, wie gut Kinder, Eltern sowie pädagogische Fach- und Lehrkräfte diesen gestalten, schreibt die DJI-Wissenschaftlerin. Im DJI-Impulse-Artikel analysiert sie die Ursachen dafür, warum Kitas und Grundschulen in Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Ländern häufig noch nicht ausreichend zusammenarbeiten – und was beispielsweise Neuseeland und Australien besser machen.


DJI-Impulse-Beitrag „Den Schulstart gut vorbereitenAlle Artikel aus dem DJI-Impulse-Schwerpunkt „Bildung ohne Barrieren“Gesamtausgabe DJI Impulse 2+3/2026 „Bildung ohne Barrieren“ (Download oder Print-Bestellung)DJI-Videocast Perspektiven mit Prof. Dr. Birgit Reißig „Wie sich soziale Ungleichheiten im Bildungssystem besser ausgleichen lassen“

 

Kontakt
Dr. Susanne Patricia Lochner
Wiss. Referentin in der Abteilung „Kinder und Kinderbetreuung“
089/62306-567
lochner@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de