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Auch Kinder und Jugendliche fühlen sich einsam

Anlässlich der Aktionswoche gegen Einsamkeit stellen DJI-Forschende am 23. Juni in einem digitalen Kolloquium aktuelle Analysen dazu vor, welche jungen Menschen besonders betroffen sind

16. Juni 2026 -

Einsamkeit betrifft längst nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder und Jugendliche. Überdurchschnittlich stark von Einsamkeit betroffen sind Auswertungen des Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, kurz AID:A, des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zufolge junge Menschen, die sich nicht der gesellschaftlichen Norm zugehörig fühlen und häufiger Diskriminierung oder Mobbing erleben. Dazu zählen etwa junge Menschen mit nicht-heterosexueller Orientierung sowie Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen. Höhere Einsamkeitswerte zeigen sich außerdem bei jungen Menschen, die sich anders beziehungsweise nicht zugehörig fühlen: Junge Menschen, die selbst oder deren Elternteile beide im Ausland geboren sind, sowie diejenigen, die in materieller Deprivation leben.

Bereits bei Kindern im Grundschulalter gehen finanzielle Einschränkungen der Familie mit höheren Einsamkeitswerten einher. Zudem empfinden Kinder aus Trennungsfamilien besonders häufig Einsamkeit. Insgesamt fühlt sich den AID:A-Daten zufolge mehr als jedes fünfte Kind im Grundschulalter (22 Prozent) zumindest manchmal einsam. In der Befragung im Jahr 2023 gaben 17 Prozent der 5- bis 11-Jährigen an, sich manchmal alleine zu fühlen, weitere 5 Prozent häufig oder sogar ganz oft. 

Auch wenn sich nicht alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen alleine fühlen, steht fest: Einsamkeit im Kindes- und Jugendalter erhöht das Risiko für die Entwicklung von Depressionen und Angststörungen und kann langfristig die psychosoziale Entwicklung, das subjektive Wohlbefinden und die soziale Teilhabe beeinträchtigen. Im Rahmen der Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“, zu der das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) aufruft, soll dafür sensibilisiert werden. 

Mit dem digitalen Kolloquium „Jung und einsam?“ leisten die DJI-Forschenden Dr. Anne Berngruber, Dr. Christine Entleitner-Phleps, Dr. Lisa Hasenbein, Dr. Alexandra Langmeyer-Tornier und Dr. Christine Steiner dazu einen Beitrag und stellen aktuelle empirische Befunde zur Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen vor. Sie gehen dabei insbesondere auf die Rolle der Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein und beleuchten Risiken und Schutzfaktoren. Das Kolloquium bietet zudem Raum zur Diskussion der Ergebnisse und ihrer Implikationen für Forschung, Praxis und Politik. Es findet am 23. Juni von 13 bis 14:30 Uhr online statt.


WebEx-Meeting zum DJI-Kolloquium “Jung und einsam?” am 23. Juni 2026, 13 bis 14:30 Uhr

Factsheet zu Einsamkeit unter Jugendlichen und jungen ErwachsenenPublikation “AID:A 2023 Blitzlichter: Zentrale Befunde des DJI-Surveys zum Aufwachsen in Deutschland” (E-Book)APuZ-Artikel “Sozial eingebunden, trotzdem einsam? Einsamkeitsempfinden Jugendlicher und junger Erwachsener”DJI-Impulse-Artikel “Psychisches Wohlergehen von Jugendlichen – mehr als ein Gesundheitsthema”DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“

Kontakt
Dr. Anne Berngruber
Stellv. Leitung der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher“
089/62306-591
berngruber@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de