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Teilzeit prägt den Ganztag

85 Prozent des Personals in der Kinderbetreuung und -erziehung an Grundschulen arbeiten in Teilzeit – deutlich mehr als in der Frühen Bildung

Grafik „Zahl des Monats Mai 2026“: 85 Prozent des Personals in der Kinderbetreuung und -erziehung an Grundschulen arbeiten in Teilzeit. Logo des Deutschen Jugendinstituts (DJI)
07. Mai 2026 -

85 Prozent des Personals in der Kinderbetreuung und -erziehung an Grundschulen arbeiten in Teilzeit. Damit unterscheidet sich der schulische Ganztag deutlich von der Frühen Bildung, wo 57 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit tätig sind.

Zu diesen Ergebnissen kommen die Wissenschaftlerinnen Dr. Christine Steiner (Deutsches Jugendinstitut) und Katja Tillmann (Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/TU Dortmund). Grundlage sind Auswertungen des „Fachkräftebarometers Frühe Bildung 2025“ der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). Analysiert wurde dabei der Beschäftigungsumfang von Personen, die an Grundschulen in der Kinderbetreuung und -erziehung tätig sind, im Vergleich zu Beschäftigten in der Frühen Bildung.

Balkendiagramm zum Vergleich der Beschäftigungsumfänge in Grundschulbetreuung und Früher Bildung: In der Grundschulbetreuung arbeiten deutlich mehr Personen in Teilzeit und mit geringer Wochenstundenzahl als in der Frühen Bildung. Quelle: Mikrozensus 2022, DJI.

Die Ergebnisse zeigen nicht nur einen deutlich höheren Anteil an Teilzeitbeschäftigung im schulischen Ganztag, sondern auch wesentlich geringere Stundenumfänge. So arbeiten 13 Prozent der Beschäftigten an Grundschulen weniger als zehn Stunden pro Woche im Hauptberuf; in der Frühen Bildung trifft dies lediglich auf 2 Prozent zu. Zudem geben Beschäftigte im Ganztag häufiger an, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben oder ihre Arbeitszeit gerne ausweiten zu wollen. Auch befristete Verträge kommen dort häufiger vor.


Stabile Beschäftigungsbedingungen und tragfähige Personalkonzepte für Erfolg des Ganztags entscheidend
Die Befunde verweisen auf die besonderen Herausforderungen beim Ausbau der ganztägigen Bildung und Betreuung für Grundschulkinder. Um den steigenden Personalbedarf zu decken, arbeiten viele Schulen inzwischen mit multiprofessionellen Teams, zu denen neben Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften auch Quereinsteiger:innen, Praktikant:innen oder freiwillig Engagierte gehören. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass stabile Beschäftigungsbedingungen und tragfähige Personalkonzepte entscheidend dafür sind, den Ganztag langfristig abzusichern.


Weitere Analysen zum Thema im Beitrag „Pädagogische Teams im Umbruch“ (Forschungsmagazin DJI Impulse Ausgabe 01/2026)Forschungsmagazin DJI Impulse „Ganztag für alle“ (Ausgabe 01/2026)Fachkräftebarometer Frühe BildungWeiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF)

 

Kontakt
Dr. Christine Steiner
Forschungsschwerpunkt Übergänge im Jugendalter
Tel.: 089/62306-227
steiner@dji.de

Katja Tillmann
Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte
Tel.: 0231/755 – 4115
katja.tillmann@tu-dortmund.de

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-397
mkern@dji.de