LinkedInYouTubeRSS Feed

Elternstress – mehr als ein individuelles Problem

In Kooperation mit der Technischen Universität München und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin richtet das DJI am 21. und 22. Mai 2026 eine Fachtagung aus: Sie widmet sich Ursachen und Folgen der Überlastungen von Familien sowie Perspektiven für ihre Unterstützung

28. April 2026 -

Eltern sind heute mit hohen Ansprüchen und vielfältigen Anforderungen konfrontiert: Sie verbringen mehr Zeit mit ihren Kindern als früher und möchten ihnen bestmögliche Chancen bieten. Gleichzeitig sind zunehmend beide Elternteile erwerbstätig und versuchen, Beruf, Familie und Hausarbeit miteinander zu vereinbaren. In ihrem Alltag, in dem für Pausen und eigene Bedürfnisse oft wenig Raum bleibt, sehen sie sich zudem mit Entwicklungen konfrontiert, die viele Menschen beunruhigen: die politische Lage, der Klimawandel, der Druck durch digitale Medien und ständige Erreichbarkeit sowie steigende Lebenshaltungskosten. Besonders belastet sind Familien mit geringen Einkommen, Alleinerziehende sowie Familien, in denen Kinder oder andere Angehörige aufgrund körperlicher oder psychischer Erkrankungen mehr Unterstützung benötigen.

Übersteigen die Anforderungen durch Sorgearbeit, Beruf und Alltagsorganisation dauerhaft die emotionalen, sozialen, zeitlichen und materiellen Ressourcen von Eltern, führt dies zu Erschöpfung und Stress – mit Folgen, die auch das Familienleben und die Entwicklung von Kindern und ihre Teilhabechancen betreffen. Elternstress ist somit nicht allein Ausdruck individueller Überforderung, sondern verweist zugleich auf Verbesserungsbedarf bei strukturellen Bedingungen für Familien. 

Vor diesem Hintergrund laden die Technische Universität München (TUM), die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ) und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) zu einer interdisziplinären Fachtagung mit dem Titel „Elternstress – Relevanz, Ursachen und Handlungsoptionen“ ein. Sie führt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, Perspektiven aus Politik und Verwaltung sowie die Erfahrungen der Fachpraxis zusammen. Ziel ist es, Handlungsbedarfe zu schärfen und Lösungsansätze für eine bessere Unterstützung von Familien zu entwickeln. Dabei werden auch Themen wie digitale Mediennutzung im Familienalltag und Betreuungsbedarfe von Familien aufgegriffen. Die Fachtagung findet am 21. und 22. Mai am DJI in München sowie am 21. Mai 2026 zusätzlich digital statt. Anmeldungen sind bis zum 14. Mai möglich.

Programmüberblick – Donnerstag, 21. Mai 2026: in Präsenz am DJI in München und zusätzlich digital

Der erste Veranstaltungstag beleuchtet zunächst die Auswirkungen von Elternstress auf die Kindesentwicklung und anschließend die elterlichen Bedarfe sowie deren Unterstützung auf kommunaler Ebene. 

In parallel stattfindenden Foren werden zentrale Aspekte des Themas vertieft: In Forum 1 geht es um die Diversität von Familien und ihre Belastungslagen, etwa im Kontext von Erwerbsarbeit, Armut und dem Zugang zu Unterstützungsleistungen. Forum 2 befasst sich mit veränderten Erwartungen an Elternschaft und den daraus resultierenden Herausforderungen. Dabei werden Fragen der Medienkompetenz und medienbezogenen Erziehungskompetenz von Eltern ebenso diskutiert wie die Auswirkungen von Medien auf die psychische Gesundheit und die Entwicklung von Kindern. Forum 3 richtet den Fokus auf eine bedarfsgerechte und inklusive Kindertagesbetreuung. Hier geht es um die Verlässlichkeit von Betreuungsarrangements sowie um Belastungen und systemische Hürden für Familien mit Kindern, die mehr Fürsorge benötigen. Die Ergebnisse der Foren werden anschließend zusammengetragen und im Plenum sowie in einer abschließenden Podiumsdiskussion erörtert.

Freitag, 22. Mai 2026: in Präsenz am DJI in München

Am zweiten Tag wird die Tagung in Präsenz fortgesetzt. Nach einer kurzen Bilanz des ersten Tages stehen World Cafés im Mittelpunkt, in denen Handlungsoptionen und Lösungsansätze erarbeitet werden. Die Themen reichen von Einrichtungskonzepten, Multiprofessionalität und Vernetzung im Vorschulalter über Beratungs- und Hilfsangebote für junge Eltern im sozialen Nahraum bis hin zu Medientrainings für Eltern und Kinder. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Förderung von Erziehungsverhalten und Coparenting sowie auf Angeboten zu Sport, Bewegung und Entspannung. Zum Abschluss werden die Ergebnisse der World Cafés im Plenum zusammengeführt und gemeinsam diskutiert.

zum Tagungsprogrammzur Anmeldung

Kontakt
Prof. Dr. Christina Boll (DJI)
Leiterin der Abteilung Familie und Familienpolitik am DJI
089/62306-255
boll@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de