Homeoffice von Vätern führt zu einer gleichmäßigeren Aufteilung der Hausarbeit
Arbeiten Väter regelmäßig von zu Hause aus, steigt ihr Anteil an Hausarbeit um 21 Prozentpunkte

Beginnen Väter damit, regelmäßig im Homeoffice zu arbeiten, teilen sich Eltern die Hausarbeit deutlich gleichmäßiger auf. Eine neue Wirkungsanalyse auf Basis von Längsschnittdaten des Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A)“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) aus den Jahren 2019 und 2023 zeigt: Arbeiten Väter mindestens an einem Tag pro Woche zu Hause, steigt ihr Anteil an der Hausarbeit, also waschen, kochen, putzen, aufräumen oder einkaufen, um 21 Prozentpunkte. Im Jahr 2019 lag dieser im Durchschnitt noch bei lediglich 25 Prozent.
DJI-Wissenschaftlerin Dr. Simone Schüller untersuchte, wie Homeoffice von Müttern und Vätern die Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung beeinflusst. Interessant ist: Nur das regelmäßige Homeoffice der Väter wirkt sich auf die Arbeitsteilung der Eltern aus, und zwar allein auf den Umfang der Hausarbeit, nicht auf den der Kinderbetreuung.
Hausarbeitszeit von Müttern sinkt, die von Vätern steigt
Außerdem zeigt sich, dass die ausgewogenere Aufteilung der Hausarbeit vor allem auf eine Verringerung der Hausarbeitszeit der Mütter (um etwa 2 Stunden pro Tag) zurückzuführen ist und nur in geringerem Maße auf eine Zunahme bei den Vätern (um etwa 1 Stunde pro Tag). Auch führt regelmäßiges Arbeiten im Homeoffice bei Vätern dazu, dass die wöchentliche Erwerbsarbeitszeit der Mütter um etwa 10 Stunden steigt. Die Flexibilität der Väter am Arbeitsplatz spielt damit eine zentrale Rolle bei der Reduzierung geschlechtsspezifischer Ungleichheiten im Haushalt.
Quasi-experimenteller Studienansatz
Um den tatsächlichen Wirkungszusammenhang zwischen der Homeoffice-Nutzung von Eltern und der Aufteilung der Hausarbeit bestimmen zu können, musste der Effekt von Homeoffice von zeitgleichen Faktoren wie Änderungen in der Kinderbetreuung, Alter der Kinder oder gesellschaftlichen Trends isoliert werden, weil diese sowohl die Homeoffice-Nutzung als auch die Aufgabenteilung beeinflussen könnten. Die Studie hat hierzu einen quasi-experimentellen Ansatz im Rahmen eines natürlichen Experiments angewandt und machte sich den Umstand zunutze, dass während der Pandemie das Arbeiten von zuhause für viele Beschäftigte bestimmter Berufsgruppen plötzlich möglich wurde. Eltern in Berufen, die Homeoffice ermöglichten, hatten nach der Pandemie eine höhere Wahrscheinlichkeit, weiterhin von zu Hause aus zu arbeiten („Experimentalgruppe“), während Eltern in Berufen ohne Homeoffice-Zugang als „Kontrollgruppe“ dienten.
Diese und weitere Erkenntnisse wurden in dem englischsprachigen Beitrag mit dem Titel “Estimating the Effect of Working From Home on Parents’ Division of Childcare and Housework: A New Panel IV Approach” in der Fachzeitschrift Labour Economics veröffentlicht.
“Estimating the Effect of Working From Home on Parents’ Division of Childcare and Housework: A New Panel IV Approach” in Fachzeitschrift Labour Economics (Open AccessWeitere DJI-Beiträge zum Thema “Familie im Wandel”DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A)“AID:A Kompetenzteam Familie/Erwachsene
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