Methode

Der Viel-Örtigkeit, der Dynamik, der Verflechtung, der Virtualität und der Mehrperspektivität der multilokalen Familie muss die Forschungsmethode gerecht werden – die komplexe Fragestellung bedarf einer innovativen, multimethodischen Herangehensweise. Methodologisch geht das Forschungsvorhaben den Weg der empirisch begründeten Theoriebildung orientiert an der „grounded theory“ in Verbindung mit Verfahren der interpretativen Sozialforschung.

Im Zentrum des Forschungsvorhabens stehen zwei ethnographische Teilstudien, in denen der Frage nachgegangen wird, wie Familienleben hergestellt und gestaltet wird, wenn Eltern und ihre minderjährigen Kinder periodisch räumlich getrennt voneinander leben. Beide Teilstudien fokussieren hiermit auf Familienmitglieder und ihre konkreten alltäglichen Praktiken. Berücksichtigt werden sowohl die Perspektiven der Kinder als auch der Erwachsenen.

  • Teilstudie 1 widmet sich multilokalen familialen Lebensformen nach Trennung und Scheidung. Nicht der Alltag der Erwachsenen, sondern meist der Alltag der Kinder erstreckt sich hier über mehrere Lebensorte der Familie. (Erhebung: 5/2010 bis 2/2011)
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  • Teilstudie 2 befasst sich mit arbeitsbedingten Formen der Multilokalität von Familie, wie das zum Beispiel bei Wochenendpendlerfamilien oder Eltern in Berufen mit hoher Reisetätigkeit der Fall ist. Hier „pendeln“ beruflich mobile Erwachsene in unterschiedlichen Rhythmen zwischen beruflichen und familiären Lebensorten, die Kinder bleiben meist am bisherigen Familienwohnort. (Erhebung: 5/2012 bis 2/2013)
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Ein weiterer wichtiger Baustein des Projektdesigns ist die quantitative Sekundäranalyse vorliegender Datensätze. Hier wird folgenden Fragen nachgegangen: Wie verbreitet ist das Phänomen der Multilokalität in frühen Familienphasen in Deutschland? Wie ist die Sozio-Demographie sowie die Geographie (Wohnentfernungen, Kontakthäufigkeit) dieser multilokalen familialen Netzwerke? Zur Analyse wurden bisher der DJI-Survey ‘Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten’ (AID:A 2009) herangezogen. Die Auswertung des Datensatzes „Job Mobilities and Family Lives in Europe“ (JobMob 2007) ist für 2013 geplant.

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+49 89 62306-317
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

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