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Publikationen

Schule und Job


Tully, Claus J. (2004):
Schule und Job. Vom Nacheinander zum Nebeneinander.
In: DISKURS.
Jg. 14, H. 1, S. 54-63

Schule und Arbeit kennen unterschiedliche Regeln: Bildung steht im Dienste der Persönlichkeitsentfaltung und der Wissensvermittlung, Erwerbsarbeit folgt den Prinzipien ökonomischer Rationalität. Schülerinnen und Schüler sind für ihre Qualifizierung von regulärer Erwerbstätigkeit freigestellt. Unabhängig davon steigt der Anteil derer, die neben der Schule einem Job nachgehen. Vor diesem Hintergrund, kann die eher traditionelle arbeitsweltbezogene Unterweisung im Schulalltag modifiziert, aktualisiert und mit konkreten Erfahrungen angereichert werden. Möglicherweise aber muss die Idee von einer Verzahnung von »Schule« und »Arbeitswelt« aufgegeben werden. Die Joberfahrungen sind wohl auch weiterhin höchst vielfältig. Was also soll die Schule tun? Zunächst muss die Schule zur Kenntnis nehmen, dass Schüler mit Jobs reichlich Positives verbinden – und dies trotz der häufig anspruchslosen Tätigkeiten. Herausgestellt wird vor allem der »Stolz auf die eigene Leistung«, die Überzeugung, das zu lernen, was sie »später brauchen«, im Job etwas »Sinnvolles« zu übernehmen: »Aufgaben, die Spaß machen« und »eigenes Geld verdienen«.