Publikationen

Die Bedeutung des nonverbalen Ausdrucks für den Spracherwerb


Fuisz-Szammer, Nina/Samonig, Heidi (2011):
Die Bedeutung des nonverbalen Ausdrucks für den Spracherwerb. Deutsches Jugendinstitut
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Weg vom tradierten Denkschema, in welchem die Sprache als Träger kognitiver und kommunikativer Funktionen dient, soll auch dem Körper mit all seinen Aspekten der Wahrnehmung und Bewegung für Erkenntnisgewinn und Bedeutungskonstitution Bedeutung zugesprochen werden. Individuelle Kommunikations-muster und -strategien entwickeln sich bereits vor der Sprache durch die körperliche Kommunikation zwischen Kind und Bezugsperson. Diese Muster sind geprägt von den persönlichen Erfahrungen des Kindes und zeigen sich später auch in der Art und Weise wie das Kind Sprache als Kommunikationssystem einsetzt.
Gleichzeitig sind sensomotorische Erfahrungen eine notwendige Bedingung für die Begriffsbildung. Das geistige Bild entsteht, indem aus einer äußeren Handlung eine innere wird. Diese Verinnerlichung charakterisiert den Übergang zum symbolischen Denken. Über den Gebrauch und das Verstehen symbolischer Gesten nähert sich das Kind der Sprache als symbolisches System an. Nonverbale Ausdrucks- und Verstehenskompetenzen spielen in der kindlichen Entwicklung eine entscheidende Rolle und können als unterstützender Rahmen in der Förderung und Begleitung von Kindern im Spracherwerb gesehen werden.