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Bedeutung der Interaktion für die sprachlich-geistige Entwicklung


List, Gudula (2011):
Bedeutung der Interaktion für die sprachlich-geistige Entwicklung. Deutsches Jugendinstitut
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Nach aller Erfahrung und nach dem, was wir aus der Fachliteratur wissen, dürfen wir zuversichtlich davon ausgehen, dass Kinder im Krippenalter – und geraume Zeit danach – grundsätzlich über die Fähigkeit verfügen, zwei oder mehr Sprachen so zu erwerben wie eine erste allein, auch dann, wenn sie ihnen nicht von Anfang an gleich intensiv angeboten werden. Familiäre Konstellationen können freilich in sozialer und sprachlicher Hinsicht sehr verschieden sein und zu entsprechend unterschiedlichen Entwicklungen führen. Dieser Essay handelt vor allem vom mentalen und sprachlichen Geschehen im zweiten und dritten Lebensjahr: zunächst von lexikalischer und begrifflicher Entwicklung, dann auch vom Übergang zu mehrgliedrigen Äußerungen, die schon komplexere mentale Vorgänge spiegeln. Im Vordergrund stehen dabei die Kinder, die von Hause aus mit Varianten einer anderen Sprache als denen des Deutschen vertraut werden, und die deutschen Varianten erst in den Krippen mit anderen Kindern und den ErzieherInnen begegnen.