Lernen jenseits der Schule: Non-formale Bildung im jungen Erwachsenenalter
Forschungsbefunde zeigen, dass non-formale Bildungsangebote positive Wirkungen auf junge Menschen im Übergang von Schule in den Beruf entfalten können. Eine neue Publikation bietet einen Einblick in die große Bandbreite
In den vergangenen Jahren hat sich die Bedeutung von Bildung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter stark verändert. Bildungsbiografien verlaufen zunehmend länger, vielfältiger und weniger linear. Bildung ist nicht auf Schule oder Universität beschränkt und in starren Strukturen verortet, sondern wird als lebenslanger Prozess verstanden, der in unterschiedlichen institutionellen, sozialen und kulturellen Kontexten stattfindet. Neben der formalen Bildung rückten zunehmend auch non-formale und informelle Lernprozesse in den Fokus der Forschung. Studien zeigen, dass non-formalen Bildungsangebote positive Wirkungen auf junge Menschen entfalten können, etwa in der Kinder- und Jugendarbeit, in Vereinen oder in Ganztagsschulen: In solchen Settings kann unter anderem das Selbstwertgefühl gefördert und soziale Kompetenz gestärkt werden.
Die vorliegende Publikation „Non-formale Bildung im jungen Erwachsenenalter“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) beschäftigt sich mit der Bedeutung non-formaler Bildung für junge Erwachsene in Übergangsphasen, etwa zwischen Schule und Ausbildung, Ausbildung und Beruf oder im Kontext von Freiwilligendiensten, Ehrenamt und transnationaler Mobilität. „In diesen Phasen, die häufig mit Unsicherheiten und Herausforderungen verbunden ist, sind non-formale Bildungsangebote besonders wichtig. Sie können die jungen Menschen dabei unterstützen, nicht nur fachliche, sondern auch soziale und persönliche Kompetenzen zu erlangen und so ihre Teilhabe am Berufsleben nachhaltig zu fördern“, erläutert Prof. Dr. Birgit Reißig, Leiterin der DJI-Abteilung „Übergänge im Jugendalter“ und der Außenstelle des DJI in Halle. Sie hat den Sammelband zusammen mit der DJI-Wissenschaftlerin Sarah Beierle herausgegeben.
Der Band will zum einen die non-formale Bildung im jungen Erwachsenenalter stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken und zum anderen die große Bandbreite der unterschiedlichen Aktivitäten sichtbar zu machen. Im Kern geht es um die Frage nach den Bedingungen, unter denen non-formale Bildungsangebote entstehen und genutzt werden, nach ihren Inhalten, Formen und Orten sowie nach den Bildungsprozessen, die von ihnen angestoßen werden. Die Autorinnen und Autoren verfolgen einen interdisziplinären Zugang. Ihre Beiträge haben einen eher konzeptionellen oder empirischen Charakter und wollen jeweils theoretische und praxisorientierte Perspektiven vereinen.
Download „Non-formale Bildung im jungen Erwachsenenalter. Formen, Orte und Bedingungen. Birgit Reißig, Sarah Beierle (Hrsg.), DOI 10.3224/84743416
Kontakt
Prof. Dr. Birgit Reißig
Leitung Abteilung „Übergänge im Jugendalter“
und der Außenstelle des DJI in Halle
0345/68178-33
reissig@dji.de
Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-173
waldschuk@dji.de