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Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe erreichen mit knapp 79 Milliarden Euro neuen Höchstwert

Der erneute Anstieg der Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe sowie die Fallzahlenentwicklung bei den Hilfen zur Erziehung und den Eingliederungshilfen bei einer (drohenden) seelischen Behinderung sind zentrale Themen der aktuellen KomDat-Ausgabe

25. Juni 2026 -

Die kontinuierliche Zunahme der Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe in den vergangenen Jahrzehnten setzt sich auch im Jahr 2024 fort und führt zu einem neuen Höchstwert von fast 79 Milliarden Euro. Davon wurden zwei Drittel der öffentlichen Ausgaben für den Bereich der Kindertagesbetreuung aufgewendet; dieser Anteil entspricht etwa dem der Vorjahre. Mit knapp 20 Milliarden Euro entfiel ein Viertel der Aufwendungen auf die Hilfen zur Erziehung sowie sonstigen Einzelfallhilfen. Deutliche Zunahmen der Ausgaben gegenüber dem Vorjahr zeigen sich bei den Hilfen für junge Volljährige, Inobhutnahmen und den Eingliederungshilfen für junge Menschen mit (drohenden) seelischen Behinderungen.

In den Jahren zuvor war die gesamtwirtschaftliche Preisentwicklung ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Begründung der angestiegenen finanziellen Aufwendungen. Im Jahr 2024 flachte die Inflation jedoch ab, sodass die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe auch preisbereinigt mit einem Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlicher ausfallen als zuvor. Seit dem Jahr 2016 sind sie am stärksten gestiegen.

Weiterer Anstieg bei den Hilfen zur Erziehung

Während in der Kindertagesbetreuung zuletzt eher moderate Entwicklungen, teils auch Rückgänge bei den Kinderzahlen zu beobachten sind, werden in den erzieherischen Hilfen, Eingliederungshilfen bei einer (drohenden) seelischen Behinderung und den Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter für das Jahr 2024 wieder Höchststände vermeldet.

Hinter dem Anstieg bei den Hilfen zur Erziehung mit aktuell etwa 1,26 Millionen erreichten jungen Menschen verbergen sich unterschiedliche Entwicklungsdynamiken. So setzen die familienorientierten Hilfen und die Erziehungsberatungen ihren wachsenden Trend weiter fort. Die Erziehungsberatung hat nicht nur den „Corona-Knick“ zwischen den Jahren 2020 und 2022 überwunden, sondern ist sogar aktuell stärker gestiegen als in allen Jahren zuvor. Im stationären Bereich haben vor allem die Fälle in der Heimerziehung und betreuten Wohnformen zugenommen – ein Feld, das noch die Effekte der zuletzt erhöhten Bedarfe an Unterbringung von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen zu spüren bekam. Die Zunahme in der Heimerziehung und in den betreuten Wohnformen zeigt sich insgesamt besonders bei den jungen Volljährigen, deren Anzahl 2024 auf knapp 43.000 gestiegen ist. Hinzu kommen etwa 97.000 Minderjährige in dieser Hilfeart. Allerdings werden erste Ansätze für eine Trendwende sichtbar, unter anderem bedingt durch rückläufige Inobhutnahmen aufgrund einer unbegleiteten Einreise.

Anders verhält es sich bei jungen Menschen, die eine Eingliederungshilfe bei einer (drohenden) seelischen Behinderung in Anspruch nehmen. Hier hat sich das Wachstum der Leistungen zuletzt sogar beschleunigt. Mit einem Plus von knapp 10 Prozent fällt die Wachstumsrate im Jahr 2024 im Vergleich zu der Vorjahresentwicklung doppelt so hoch aus. Darüber hinaus handelt es sich um den stärksten prozentualen Anstieg seit dem Jahr 2018. Dabei werden mit einer aktuellen Anzahl von rund 174.000 Fällen insgesamt nicht nur mehr Eingliederungshilfen gezählt. Erhöht haben sich, über längere Zeit betrachtet, auch die Dauer und die Intensität dieser Leistungen.

Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe (KomDat) – 1/2026 (PDF)Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut/Technische Universität Dortmund

Kontakt
Agathe Tabel
Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik
0231/755-6583
agathe.tabel@tu-dortmund.de

Dr. Christiane Meiner-Teubner
Forschungsverbund DJI/TU Dortmund
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik
0231/755-8188
christiane.meiner@tu-dortmund.de

Sonja Waldschuk
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-173
waldschuk@dji.de