Junge Menschen stärker an Beratungen zum Weg aus der Krise beteiligen

Das Bundesjugendkuratorium ruft anlässlich der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft dazu auf, die Jugendpolitik in Europa zu stärken.

19. Juni 2020 -

Durch die Coronakrise ist die transnationale Jugendmobilität nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, die Situation junger Menschen auf der Flucht hat sich verschärft und demokratische Grundrechte junger Menschen werden in einigen Ländern stark beschnitten. Junge Menschen waren in den vergangenen Monaten europaweit auch deshalb in besonderem Maße von der Krise betroffen, da ihnen beispielsweise der Zugang zu Institutionen des Bildungs- und Ausbildungssystems fehlte und der Austausch mit Gleichaltrigen erschwert war. Diese Bilanz zu den aktuellen Herausforderungen des Jugendalters zieht das Bundesjugendkuratorium (BJK) und fordert mit Blick auf die EU-Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland ab Sommer 2020, junge Menschen stärker an den europäischen und bundespolitischen Beratungen zum Weg aus der Krise zu beteiligen.

Die 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft, die dem BJK angehören, weisen in ihrem Zwischenruf darauf hin, dass die langfristigen Folgen der Corona-Krise in erster Linie die junge Generation bewältigen müsse, die besonders stark von den ökonomischen Folgen betroffen sei. Um sie dabei zu unterstützen, rufen sie auf nationaler und europäischer Ebene zu ressortübergreifenden Anstrengungen aller Politikfelder, der Zivilgesellschaft sowie zu einer starken Jugendarbeit auf.

Damit der Jugendaustausch und die transnationale Mobilität unter Jugendlichen wieder in Gang kommen, sei etwa wünschenswert, dass ein Recht für junge Menschen auf transnationale Bildungsmobilität und ein Recht auf einen EU-Freiwilligendienst etabliert würde. Außerdem fordern sie, die besondere Situation von jungen Geflüchteten bei politischen Maßnahmen zur Beteiligung junger Menschen verstärkt einzubeziehen. Menschen- und kinderrechtskonforme Lebensbedingungen in Europa sowie Teilhabechancen und Perspektiven für junge Geflüchtete seien außerdem dringend umzusetzen und einzulösen.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen. Die „Arbeitsstelle Kinder­ und Jugendpolitik“ am Deutschen Jugendinstitut (DJI) unterstützt das Gremium bei dieser Aufgabe. DJI-Direktor Prof. Dr. Thomas Rauschenbach ist Ständiger Gast im Bundesjugendkuratorium.

Zwischenruf des Bundesjugendkuratoriums vom 10.06.2020Website des Bundesjugendkuratoriums

Kontakt
Philipp Zankl
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik
Tel.: 089/62306-388
bundesjugendkuratorium@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
hofele@dji.de

Diese Seite verwendet Cookies um die Funktionalität sicherzustellen, Zugriffe zu analysieren und die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Durch die weitere Verwendung stimmen Sie der Verarbeitung von Cookies zu. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerspruch finden Sie in der Datenschutzerklärung.