Unterschiedliche Wege in Ausbildung und Beruf

Jahresforum von DJI und Weinheimer Initiative thematisierte geschlechtsspezifische Ungleichheiten

19. Dezember 2019 -

Beim Übergang von der Schule in die Ausbildung und später in das Berufsleben gehen junge Frauen und Männer unterschiedliche Wege: Während beispielsweise junge Männer vornehmlich handwerkliche Berufe anstreben und dafür eine duale Ausbildung aufnehmen, entscheiden sich junge Frauen immer noch eher für Sozial- und Gesundheitsberufe. Sie bleiben auch länger in schulischen Bildungsgängen, um damit ihre Chancen auf einen erfolgreichen Jobeinstieg zu verbessern.

Dieser geschlechtsspezifische Verlauf von Berufsbiographien wirkt sich nicht zuletzt auf Verdienst- und Aufstiegschancen aus. Die Bedeutung der Geschlechtszugehörigkeit an der Schnittstelle von Schule, Ausbildung und Beruf war deshalb Thema des Jahresforums, zu der die Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) am 27. und 28. November 2019 in die Leopoldina in Halle eingeladen haben.

Unter dem Motto „Übergänge in die Arbeitswelt, die Genderfrage – kein Thema mehr?“ diskutierten über 50 Fachpersonen aus Wissenschaft, Kommunalverwaltung und der Bildungslandschaft, wie Schulen, Unternehmen und Kommunen die Berufsorientierung sowie Bewerbungs- und Einstellungsverfahren gendersensibel gestalten können. Dass viele Jugendliche die Breite der Berufsorientierungsangebote kaum kennen, zeigen Ergebnisse der Halleschen Kinder- und Jugendstudie 2018. Angebote zur beruflichen Orientierung müssten sich in der Folge stärker biographischen und lebensweltlichen Gesichtspunkten zuwenden und die Neigungen der Jugendlichen in den Mittelpunkt rücken. Dazu müsste der Dialog mit der Zielgruppe gesucht und institutionalisiert werden.

Mit dem Blick, welche Rolle die Kommunen in diesem Prozess spielen können, wurde deutlich, dass der Jugend(sozial)arbeit eine entscheidende Funktion zukommt. Über den engen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen kann sie weiteren Akteuren wichtige Anregungen geben.

Hallesche Kinder- und Jugendstudie 2018

Kontakt

Prof. Birgit Reißig
Leiterin des Forschungsschwerpunktes „Übergänge im Jugendalter“
+49 345 68178-33
reissig@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-173
hofele@dji.de