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DJI-Experte kommentiert Wahlverhalten junger Leute bei Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

17. März 2016 -

In Sachsen-Anhalt ist die AfD mit mehr als 24 Prozent aus dem Stand die zweitstärkste Partei geworden. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag sie sogar auf Platz 1.Frank Tillmann, wissenschaftlicher Referent an der DJI-Außenstelle Halle, lotet im Interview mit dem SZ-Magazin „jetzt“ die Hintergründe aus. Das Abstimmungsverhalten könne sehr wohl als Denkzettel vieler junger Menschen gemeint sein, die sich mit ihren Belangen von der Politik zu wenig beachtet fühlen. Eine DJI-Studie zu Sichtweisen junger Menschen aus ländlichen Räumen mit demografischen Verwerfungen hat dies veranschaulicht. In Bundesländern mit unterdurchschnittlicher Urbanisierung, wie Sachsen-Anhalt, sehen Jugendliche für sich oft keine Perspektive. Außerdem können sie auf dem Land nur eingeschränkt auf jugendgerechte Angebote zurückgreifen. Gerade Jugendtreffs oder die Sportanlagen auf dem Schulgelände sind demnach häufig genau dann geschlossen, wenn sie am nötigsten gebraucht werden – zum Beispiel am Wochenende. Zudem gebe es in Sachsen-Anhalt, einem Bundesland ohne Metropolen, die gemeinhin als „Integrationsmaschinen“ gelten, verbreitete Ressentiments gegen „Fremde“, da sie sich nicht im Alltag – wie z.B. durch das gemeinsame Aufwachsen in gemischten Schulklassen – abschleifen können.
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