Beratungsservice für Eltern mit Kleinkindern: Modellprojekt gestartet
Wenn Eltern sich überfordert fühlen, erhalten Sie unter der Nummer 0800-1110550 seit dem 28. Januar 2014 fachkundige Unterstützung. Erprobt wird dieses Beratungsangebot zunächst in Osnabrück – mit Vorbildcharakter für andere Kommunen. Gründer der Initiative sind das Nationale Zentrum Frühe Hilfen – ein Kooperationsprojekt des DJI mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung –, die Stadt Osnabrück, der Deutsche Kinderschutzbund Osnabrück und der Verein „Nummer gegen Kummer“.
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Jugendinstitutes mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Es wird seit 2007 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. die am DJI angesiedelten Projekte des NZFH sind in der DJI-Fachgruppe 4 „Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)“ zusammengefasst.
Aufgabe der Fachgruppe ist es, den Auf- und Ausbau von professionellen Netzwerken und Angeboten Früher Hilfen, die sich an werdende Eltern sowie Eltern von Säuglingen und Kleinkindern wenden, zu unterstützen und wissenschaftlich zu begleiten. Ziel sind die Verbesserung frühkindlicher Entwicklungsbedingungen in Familie und Gesellschaft und der präventive Schutz vor Vernachlässigung und Misshandlung. Die möglichst effiziente Vernetzung von Diensten des Gesundheitswesens mit den Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe sowie weiteren Sozialleistungen spielt dabei eine herausragende Rolle.
Die Arbeitsschwerpunkte der Fachgruppe gliedern sich in vier Bereiche, die Vorhaben sowohl aus dem ursprünglichen Auftrag des NZFH als auch aus dem Auftrag zur Koordinierung der Bundesinitiative Frühe Hilfen bearbeiten. Diese Bereiche sind
- Implementierungsforschung
- Prävalenz- und Versorgungsforschung
- Qualifizierung und Transfer
- Lernen aus problematischen Kinderschutzverfläufen
Das NZFH veröffentlicht regelmäßig Expertisen, Gutachten, Leitfäden und Handbücher für die Praxis. Zuletzt entwickelte das NZFH beispielsweise eine praktische Hilfe für die Qualitätssicherung bei Frühen Hilfen:Familienhebammen, die Eltern in belastenden Lebenssituationen bis zu einem Jahr nach der Geburt eines Kindes unterstützen, und verpflichtet sind, ihre Tätigkeit zu dokumentieren, können seit Anfang des Jahres kostenfrei auf eine qualitätsgesicherte Dokumentationsvorlage für ihre Arbeit zugreifen. Das NZFH hat die Arbeitshilfe in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis entwickelt. Die Vorlage steht auf der Internetseite www.fruehehilfen.de zum Download zur Verfügung.
Am 27. März 2014 findet in Berlin eine wissenschaftliche Fachtagung des NZFH statt. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Kinderschutz – Handeln mit Risiko“.
Weitere Informationen: www.dji.de/fruehehilfen