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Politikberatung durch junge Menschen sichern

Für wirksame Beteiligungsformate braucht es klare Zuständigkeiten, übergreifende Standards, feste Strukturen und mehr Transparenz, fordert das Bundesjugendkuratorium

26. März 2025 -

Jugendbeiräte, Gremien mit Jugendbeteiligung, Austauschforen und Koordinierungsstellen für spezifische Themen wie Klimafragen – in den vergangenen Jahren wurden verschiedene Formate eingeführt, mit denen junge Menschen ihre Anliegen und Ideen für die Zukunft auf verschiedenen Ebenen in die Politik einbringen konnten. Diese Beteiligung junger Menschen an der Politikberatung muss weiterentwickelt und nachhaltig etabliert werden, schreibt das Bundesjugendkuratorium (BJK) in einem gerade veröffentlichten Appell an die neue Bundesregierung. Das BJK fordert dafür klare Zuständigkeiten, übergreifende Standards sowie eine transparente Gestaltung der Beteiligungsformate. 

Klare Zuständigkeit auf Bundesebene etablieren

Kinder- und Jugendbeteiligung in der Bundespolitik dürfe nicht vom Willen einzelner Personen oder Referate der Bundesministerien abhängen, schreibt das BJK, das die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik berät. Vor diesem Hintergrund fordert das Gremium, dass neben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) jedes Bundesministerium sowie das Bundeskanzleramt zu Beginn der Legislaturperiode je eine feste Zuständigkeit für die Politikberatung durch Kinder und Jugendliche benennt. 

Trotz vielfältiger Fragestellungen braucht es übergreifende Standards

Vor dem Hintergrund, dass die Bedingungen für das Engagement junger Menschen stark variieren, und trotz unterschiedlicher politischer Fragestellungen seien übergreifende Standards für Beteiligungsformate wichtig, schreiben die Sachverständigen in ihrem Appell. Hierzu zählen beispielsweise Transparenz über die Funktion des Beteiligungsprozesses, eine altersgemäße Ansprache, und ein fairer und transparenter Auswahlprozess. Nur wenn solche Qualitätskriterien eingehalten werden, könne auf Bundesebene von einer wirksamen Kinder- und Jugendbeteiligung gesprochen werden. 

Strukturelle Verankerung sichert Nachhaltigkeit, transparentes Feedback signalisiert Wertschätzung 

Außerdem fordert das BJK einerseits fest verankerte Strukturen, die jenseits einzelner Projekte zu mehr Selbstverständlichkeit von Partizipation führen. Andererseits sei es wichtig, Kindern und Jugendlichen zu ihrer Beratungsleistung transparent zurückzumelden, ob und in welchem Ausmaß diese in politische Diskussionen einbezogen wurde oder warum diese nicht weiter berücksichtigt werden konnte. Diese Transparenz signalisiere auch Wertschätzung gegenüber der Expertise junger Menschen. 

Das Bundesjugendkuratorium

Dem BJK gehören aktuell 15 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an, die durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der aktuell noch laufenden Legislaturperiode berufen wurden. In dieser 20. Legislaturperiode waren erstmals junge Menschen unter 27 Jahren im BJK vertreten. Die „Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik“, die am Deutschen Jugendinstitut (DJI) angesiedelt ist, unterstützt das Gremium. DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper ist ständiger Gast im Bundesjugendkuratorium.


BJK-Apell zur Beteiligung junger Menschen auf Bundesebene, 25. März 2025


Kontakt
Sofie Jokerst
Arbeitsstelle Kinder- und Jugendpolitik
089/62306-467
jokerst@dji.de  

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de