Index macht regionale Unterschiede bei Inklusion sichtbar

DJI-Forschende veröffentlichen eine Handreichung für die Fachpraxis zum „Kommunalen Jugendinklusionsindex“

27. Oktober 2026 -

Trotz des Rechts auf gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und Arbeit stoßen junge Menschen mit Behinderungen bzw. Benachteiligungen am Übergang in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auf zahlreiche Hürden. Dies betrifft unter anderem auch Kinder und Jugendliche ohne Schulabschluss sowie solche, deren Familien sich wichtige Dinge des täglichen Lebens nicht leisten können. Der „Kommunale Jugendinklusionsindex“, den Forschende des Deutschen Jugendinstituts (DJI) entwickelt haben, zeigt, welche Bedingungen junge Menschen in Bezug auf die berufliche Bildung und darüber hinaus in Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland vorfinden. Damit macht er erstmals empirisch gestützt ihre Inklusionsleistung sichtbar und vergleichbar. Für die Fachpraxis ist nun eine Handreichung erschienen. 

Der Index bildet den Stand der Inklusion auf kommunaler Ebene auf Grundlage von Daten aus den Jahren 2021 bis 2023 ab und berücksichtigt verschiedene Aspekte in vier Dimensionen: Das abgebende System mit Blick auf Schule und Transferleistungsbezug, den Übergangssektor, den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie die infrastrukturelle Versorgung, darunter den öffentlichen Nachverkehr und Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe. Grundlage sind öffentlich zugänglichen Daten, welche die Forschenden sammelten, zu einem Mittelwertindex zusammenführten und auswerteten.

Die Auswertungen zeigen deutliche regionale Unterschiede – teils sogar zwischen benachbarten Landkreisen mit ähnlichen Rahmenbedingungen. „Damit wird deutlich, dass insbesondere Kommunen und Landkreise großen Einfluss auf die Entwicklung inklusiver Bildungsstrukturen haben“, schreiben die DJI-Forschenden Philipp Reimann, Dr. Frank Tillmann und Theresa Prenzel in ihrem parallel veröffentlichten Beitrag „Inklusive berufliche Bildung regional verankern“ in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse „Bildung ohne Barrieren“.

Am Beispiel von Jugendberufsagenturen zeigen sie, wie die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen dazu beitragen kann, Zuständigkeiten transparenter zu machen und junge Menschen verlässlich beim Übergang in Ausbildung und Beruf zu begleiten. Wie der „Kommunale Jugendinklusionsindex“ regionale Unterschiede sichtbar macht und welche weiteren Strukturen und Kooperationen dabei eine Rolle spielen, zeigt der Beitrag anhand konkreter Beispiele. 

Ausgangspunkt für die Entwicklung des Indexes war das Kooperationsprojekt „Inklusion in der beruflichen Bildung“ (InBiT), in dem Forschende des DJI und der Universität Hildesheim inklusive Strukturen in der beruflichen Bildung erforscht haben, um zu ihrer Weiterentwicklung beizutragen.

Der kommunale Jugendinklusionsindex. Eine Handreichung für die Fachpraxis. Eine deutschlandweite Indexierung der Inklusionsleistung am Übergang Schule–Beruf in Landkreisen und kreisfreien Städten.
 

Der kommunale Jugendinklusionsindex. Eine Handreichung für die Fachpraxis[1]DJI Impulse Beitrag „Inklusive berufliche Bildung regional verankern“[2]Projekt „Inklusion in der beruflichen Bildung“ (InBiT)[3]


Kontakt
Philipp Reimann
Abteilung Übergänge im Jugendalter
0345/68178-59
reimann@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de[4]