Weiterer Ausbau von außerunterrichtlichen Angeboten für Grundschulkinder ist notwendig
Im Jahr 2024 ist der Bedarf der Eltern an einem Angebot der außerunterrichtlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (BBE) in Westdeutschland das zweite Jahr in Folge angestiegen, liegt aber mit 73 Prozent weiterhin deutlich unterhalb des Bedarfs in Ostdeutschland (90 Prozent)

Die Bedarfe der Eltern (Westdeutschland: 73 Prozent, Ostdeutschland 90 Prozent) liegen in beiden Landesteilen (geringfügig) oberhalb des Anteils der Kinder, die ein Angebot nutzen. Das heißt, dass die überwiegende Mehrzahl der Grundschulkinder, deren Eltern einen Platz wünschen, auch ein Angebot der außerunterrichtlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (BBE) nutzen. Es gibt aber weiterhin Familien, deren Kinder keinen Platz erhalten haben und die somit einen ungedeckten Bedarf haben. Davon sind mehr Eltern in West- als in Ostdeutschland betroffen, auch wenn dort seit dem Jahr 2016 der Anteil ungedeckter Bedarfe von 10 auf 4 Prozent reduziert werden konnte. In Ostdeutschland schwankt dieser Anteil im Beobachtungszeitraum zwischen 2 und 4 Prozent.
Relativiert an den ca. 3,3 Millionen Grundschulkindern in Deutschland heißt das, dass eineinhalb Jahre vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs mehr als 100.000 Familien einen vollständig ungedeckten Bedarf hatten. Aus dem Projekt „Vorausberechnungen von Platz- und Personalbedarfen für die Kindertagesbetreuung und ganztägige Angebote für Grundschulkinder“ (VoKi) des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund geht außerdem hervor, dass unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen in Westdeutschland auch bis zum vollumfänglichen Inkrafttreten des Rechtsanspruchs im Schuljahr 2029/2030 noch weiter ausgebaut werden muss, um diesen zu erfüllen. In Ostdeutschland führen die demografischen Rückgänge hingegen dazu, dass zum Ende des Jahrzehnts weniger Plätze benötigt werden als zuletzt vorhanden.
Unabhängig von diesen fehlenden Plätzen und dem vollständig ungedeckten Bedarf von Familien nutzen 3 Prozent der Familien ein Angebot, das ihren zeitlichen Bedarf nur teilweise deckt. Das heißt, dass es auch Angebote gibt, die – um bedarfsdeckend zu sein – weiter ausgebaut werden müssen.
Beitrag „Platzgarantie mit Barrieren“ von Christiane Meiner-Teubner und Kathrin Hüsken im Forschungsmagazin „DJI Impulse“, Ausgabe 1/2026[1]DJI-Kinderbetreuungsstudie[2]
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