Engagierte Väter festigen die Eltern-Kind-Beziehung

Aktuelle Analysen auf Basis des DJI-Surveys AID:A belegen: Wie sich Väter gegenüber ihren Kindern verhalten, wirkt sich langfristig auf die Beziehungsqualität aus

15. April 2026 -

Interesse und Gesprächsbereitschaft von Vätern gegenüber ihren jugendlichen Kindern sind zentral für eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Das belegen aktuelle Auswertungen des Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI): 67 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, die angeben, dass ihr Vater „sehr viele“ Gespräche mit ihnen führt, bewerten die Beziehung zu ihm als „sehr gut“. Unter Jungen und Mädchen, die sich selten mit ihrem Vater unterhalten, liegt der Anteil derjenigen, die von einer sehr guten Beziehungsqualität berichten, bei nur 44 Prozent – eine statistisch signifikante Differenz von über 20 Prozentpunkten. „Eine kindzentrierte Kommunikation hat demnach den mit Abstand größten Einfluss auf die Vater-Kind-Beziehung“, betont DJI-Wissenschaftler Thomas Eichhorn. Unter der Leitung von Dr. Claudia Zerle-Elsäßer vom DJI hat er die Teilstudie „Väter von jugendlichen Kindern. Sekundärdatenanalyse des DJI-Surveys AID:A“ durchgeführt.

Die Befunde, die auf Auswertungen repräsentativer Daten aus den Jahren 2009 bis 2023 basieren, zeigen sich auch langfristig: Unter jungen Menschen im Alter von 15 bis 27 Jahren liegt der Anteil derjenigen, die von einer „sehr guten“ Beziehung zu ihrem eigenen Vater berichten, sogar bei 82 Prozent, wenn dieser in ihrer Kindheit ein offenes Ohr hatte und das Gespräch suchte. Demgegenüber berichten nur 7 Prozent der Jugendlichen und jungen erwachsenen Töchter und Söhne von einer sehr guten Beziehung, wenn das männliche Elternteil aus ihrer Sicht früher nicht gesprächsoffen war. 

Und auch die Haltung der Väter zur Familie ist den Daten zufolge entscheidend: 82 Prozent der 12- bis 17-Jährigen berichten von einer „sehr guten“ Beziehungsqualität zu ihrem Vater, wenn dieser der Auffassung ist, dass bei Kindern im Kindergartenalter das Familienleben gegenüber dem Beruf Vorrang haben sollte. „Engagierte Vaterschaft lohnt sich, denn gerade in der Jugendphase werden Väter für Gespräche, Orientierung und emotionale Unterstützung besonders wichtig“, erläutert Claudia Zerle-Elsäßer.

Zudem stärkt emotional offenes und positives Erziehungsverhalten von Vätern ihre Bedeutung als Bezugsperson für ihre Kinder im Jugendalter. Den AID:A-Daten zufolge verbringen Männer in Familien mit mindestens einem Kind im Alter von 12 bis 17 Jahren im Durchschnitt rund 1,5 Stunden am Tag mit all ihren Kindern. Für Mütter liegt dieser Wert etwa doppelt so hoch.

Die Teilstudie bildet das Fundament der Gesamtstudie „Vaterschaft im Wandel“, für die Forschende der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Johanna Possinger Väter und Jugendliche dazu interviewen, wie sie über gesellschaftliche Themen wie etwa Demokratie, Klimawandel, Digitalisierung und Geschlechterrollen sprechen. Das Forschungsprojekt läuft noch bis Ende 2027 und wird von der Stiftung Ravensburger Verlag gefördert.
 

Pressemitteilung der Stiftung Ravensburger Verlag zu den Teilergebnissen[1]DJI-Projekt „Väter von jugendlichen Kindern - Sekundärdatenanalyse des DJI-Surveys AID:A [2]Gesamtstudie „Vaterschaft in Zeiten des Wandels: Wie Väter ihre Teenager im Alltag und bei gesellschaftlichen Fragen begleiten“, EH Ludwigsburg [3]DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“[4]

 

Kontakt
Dr. Claudia Zerle-Elsäßer
Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung von Familien“ am DJI
089-62306-317
zerle@dji.de

Uta Hofele
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-446
hofele@dji.de[5]