„Jugendbeteiligung stärkt die demokratische Kultur“
Dr. Frank Greuel, Experte für Demokratieförderung und Partizipation am DJI, erklärt im Videointerview, warum die Mitbestimmung junger Menschen entscheidend ist für eine zukunftsfähige Gesellschaft
Wie können Kinder und Jugendliche an gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit diese Beteiligung mehr ist als ein symbolisches Versprechen? Auf diese Fragen geht Dr. Frank Greuel, Experte für Demokratieförderung und Partizipation am Deutschen Jugendinstitut (DJI) im Video-Interview ein.
In Folge 9 der Videoreihe DJI Perspektiven, die begleitend zur aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse veröffentlicht wurde, geht es um die aktuelle Relevanz der Mitbestimmung junger Menschen. Greuel macht deutlich, dass demokratische Teilhabe spezifische politische Kompetenzen voraussetzt, die zunächst erlernt werden müssen. Für die politische Sozialisation und langfristige demokratische Orientierung spielten deshalb frühe Beteiligungserfahrungen in Familie, Schule und der Kinder- und Jugendhilfe eine große Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews liegt auf dem Zusammenhang von sozialer Ungleichheit und Jugendbeteiligung. Befunde aus dem DJI-Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, kurz AID:A, belegen, dass gesellschaftliche und politische Partizipation stark vom Bildungshintergrund der Eltern und vom Armutsrisiko der Familien abhängt. Jugendliche aus benachteiligten Lebenslagen engagieren sich demnach deutlich seltener als andere Gleichaltrige – und ihre Perspektiven finden im öffentlichen Diskurs bislang nur wenig Gehör.
Darüber hinaus thematisiert Greuel Herausforderungen in pädagogischen Kontexten der Kinder- und Jugendhilfe: begrenzte zeitliche und finanzielle Mittel, Unsicherheiten von Fachkräften sowie institutionelle Kulturen, die echte Mitbestimmung erschweren. Ernst gemeinte Beteiligung setze voraus, dass Erwachsene Macht abgeben und Entscheidungsräume öffnen. Abschließend skizziert der DJI-Wissenschaftler drei zentrale Voraussetzungen für eine gelingende Partizipation junger Menschen: verbindliche Strukturen, ausreichende Ressourcen und eine demokratische Haltung, die Jugendbeteiligung als Kinderrecht und als Grundlage gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit versteht.
Alle Artikel aus dem DJI-Impulse-Schwerpunkt „Besser beteiligen“ (digital) [1]Gesamtausgabe DJI Impulse 3+4/2025 „Besser beteiligen“ (kostenloser Download oder Print-Bestellung) [2]
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