eine stärkere Berücksichtigung von standardisierten Kompetenztests als Grund- lage für Noten und Schulformempfehlungen sowie verbindliche Schulformemp- fehlungen (Dumont u.a. 2014). Die dargestellten AID:A-Ergebnisse weisen zudem darauf hin, dass die Bil- dungsaspirationen einen wichtigen Ansatzpunkt darstellen können. Denn ein überwiegender Anteil der Kinder und Eltern hat hohe Bildungsaspirationen, was auf eine große Bildungsmotivation hinweist. Dieses Potenzial sollte noch mehr für die individuelle Förderung der Kinder genutzt werden. In einem Projekt des DJI mit armutsgefährdeten Münchner Familien zeigte sich zudem, dass Kinder, die in prekären Lebenslagen aufwachsen, zu wenig angemessene Unterstützung erhalten, die den Wechsel in anspruchsvollere weiterführende Schulen erleich- tern könnte. Handlungsbedarfe wurden insbesondere bei der Sprachförderung und der konkreten Lernunterstützung identifiziert, die direkt an die Schule bezie- hungsweise Ganztagsbetreuung angegliedert sein sollten (Lüring u.a. 2022). Literatur AUTOR:INNENGRUPPE BILDUNGSBERICHTERSTATTUNG (2026): Bildung in Deutschland 2026. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildungsungleichheiten nach sozialer Herkunft. Bielefeld DUMONT, HANNA u.a. (2014): Soziale Ungleichheiten beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I: Theorie, Forschungsstand, Interventions- und Fördermöglichkeiten. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 17. Jg., Sonderheft. Wiesbaden, S. 141–165 HELBIG, MARCEL / KARWATH, CLAUDIA / KLEINERT, CORINNA (2026): Von der Kita bis zur Uni: Wie soziale Ungleichheiten unseren Bildungsweg beeinflussen. Münster KUGER, SUSANNE u.a. (2024): AID:A 2023 – Design des Surveys. In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.): AID:A 2023 Blitzlichter. 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Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grundschulkindern im internationalen Vergleich. Münster, S. 341–360 STUBBE, TOBIAS C. / SCHULZ, LEONHARD / BEESE, CHRISTIN (2024): Soziale Disparitäten in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Viertklässler:innen. In: Schwippert, Knut u.a. (Hrsg.): TIMSS 2023. Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grund- schulkindern im internationalen Vergleich. Münster, S. 233–258 WEIS, MIRJAM u.a. (2025): Bildung: Häusliche Unterstützung, Kompetenzen und Bildungsaspirationen. In: Walper, Sabine u.a. (Hrsg.): Eine Perspektive für jedes Kind. UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2025. Köln, S. 37–54 ZIMMERMANN, THOMAS (2018): Die Bedeutung signifikanter Anderer für eine Erklärung sozial differenzierter Bildungsaspirationen. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 21. Jg., H. 2, Wiesbaden, S. 339–360 Bildung ohne Barrieren SCHWERPUNKT Dr. Mirjam Weis ist seit Anfang 2026 kommissarische Abteilungsleitung des Zentrums für Dauerbeobachtung und Methoden am Deutschen Jugendinsti- tut (DJI). Zuvor war sie unter anderem „National Project Managerin“ für die Schulleistungsstudie PISA und bringt vielfältige methodische Erfahrung mit. Die Forschungsschwerpunkte der Psychologin liegen auf Zusammenhän- gen zwischen dem sozioökonomischen Status der Eltern, elterlichem Erzie- hungsverhalten und Entwicklungser- gebnissen von jungen Menschen – wie Schulleistungen und Selbstregulation – aus internationaler Perspektive. weis@dji.de Dr. Christine Steiner ist Sozialwissen- schaftlerin und als stellvertretende Leiterin der Abteilung „Übergänge im Jugendalter“ am DJI tätig. Ihre Arbeits- schwerpunkte liegen in der Bildungs- und Jugend forschung, hier vor allem in der Ganztagsbildung und Analyse von Bildungs- und Erwerbsverläufen junger Menschen. steiner@dji.de 2+3 | 2026 DJI Impulse 25 ) 2 ( s u a r K e g n I / I J D ©