Elternstress ist eng mit strukturellen Rahmenbedingungen verknüpft
Fachtagung am DJI thematisierte Ursachen und Folgen der Überlastungen von Familien sowie Perspektiven für ihre Unterstützung

@ Inge Kraus / DJI
Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit, Care-Arbeit und Alltag stellt viele Eltern vor große Herausforderungen. Steigende Lebenshaltungskosten, gesellschaftliche Krisen und die Anforderungen digitaler Lebenswelten verschärfen diese Situation. Besonders betroffen sind Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende und Familien mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. Elternstress verweist damit auch auf strukturelle Defizite: Nicht selten mangelt es an verlässlicher Kindertagesbetreuung sowie gut ausgestatteten Bildungs- und Unterstützungssystemen. Auch normative Faktoren wie hohe Erwartungen an Eltern und ambivalente Mutter- und Vaterrollen können Stressoren sein. Die Folgen von Elternstress können das Familienleben sowie die Entwicklung von Kindern nachteilig beeinflussen. Doch welcher Stress ist „normal“ und wo ist er „zu viel“? Und welche Hebel haben Eltern, Staat und Gesellschaft, dem entgegenzuwirken?
Diese Fragen untersuchten die Technische Universität München (TUM), die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V. (DGSPJ) und das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in einer interdisziplinären Fachtagung mit dem Titel „Elternstress – Relevanz, Ursachen und Handlungsoptionen“, die am 21. und 22. Mai 2026 am DJI in München stattfand. Die Tagung führte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, Perspektiven aus Politik und Verwaltung sowie die Erfahrungen der Fachpraxis zusammen. Ziel war es, Handlungsbedarfe zu schärfen und Lösungsansätze für eine bessere Unterstützung von Familien zu entwickeln. Dabei wurden auch Themen wie digitale Mediennutzung im Familienalltag und Betreuungsbedarfe von Familien aufgegriffen.
DJI-Themenseite „Familie“[1]
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