Humboldt-Preisträger zieht positive Bilanz seines Forschungsaufenthalts

Zwei Monate forschte David Kaplan am DJI. Zum Abschluss seines Aufenthalts spricht er in einem Videocast mit Forschungsdirektorin Susanne Kuger über die intensive Zusammenarbeit und die Bedeutung bayesianischer Statistik für die Politikberatung

14. Juli 2026 -

Von Mai bis Juli war Prof. Dr. David Kaplan als Gastwissenschaftler am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Der Inhaber der Patricia-Busk-Professur für Quantitative Methoden am Department of Educational Psychology der University of Wisconsin–Madison nutzte den zweimonatigen Aufenthalt für einen intensiven wissenschaftlichen Austausch mit den Forschenden des DJI. In Vorträgen, Fachgesprächen und gemeinsamen Arbeiten an Forschungsprojekten brachte er seine methodische Expertise ein und diskutierte neue Ansätze für die Analyse komplexer Datensätze. 

„Der Gastaufenthalt von David Kaplan war weit mehr als ein wissenschaftlicher Besuch. Er hat neue Perspektiven auf unsere Daten, Methoden und Forschungsfragen eröffnet und den institutsweiten Austausch zu innovativen Analyseverfahren gestärkt“, betonte Prof. Dr. Susanne Kuger, Forschungsdirektorin des DJI, zum Abschluss seines Gastaufenthalts.

David Kaplan im Gespräch mit Susanne Kuger über die Bedeutung bayesianischer Statistik für die Politikberatung


„Faszinierende Datensätze führen zu interessanten Fragstellungen“
Auch Kaplan bewertet seine Zeit am DJI als enorm gewinnbringend. „Mich interessiert immer die Verknüpfung von Statistik mit dem Anwendungsproblem. Und hierfür ist das DJI genau der richtige Ort. Es verfügt über faszinierende Datensätze, wie den Survey „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“. Solche Daten führen zu sehr interessanten statistischen Fragestellungen. Das fördert sowohl die Weiterentwicklung der statistischen Theorie als auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Problem, auf das sie angewendet wird“, betont der Träger des renommierten Alexander-von-Humboldt-Forschungspreises.

Am DJI arbeitete David Kaplan an statistischen Methoden zur Verknüpfung verschiedener Datenquellen sowie an der Entwicklung von Längsschnittmethoden, um die Forschung in den verschiedenen Themenbereichen des DJI zu unterstützen. Neben einführenden Online-Vorträgen bot David Kaplan vertiefende Workshops zu den Themenfeldern Strukturgleichungsmodelle, Analyse von Longitudinaldaten, Umgang mit fehlenden Werten und bayesianischen Analysemethoden an. Darüber hinaus beteiligte er sich im Rahmen zahlreicher Reflexions- und Beratungsgespräche an verschiedenen laufenden Forschungsprojekten des DJI und entwickelte gemeinsam mit den Forschenden neue Impulse und Perspektiven für zukünftige Analyse- und Forschungsvorhaben.

Wissenschaftlich belastbare Voraussagen treffen
Im Zentrum der Arbeit von David Kaplan steht das Ziel, Systementwicklungen und damit auch die Folgen politischen Handelns so präzise wie möglich zu erklären und vorherzusagen. Er legt dabei großen Wert darauf, die Befunde seiner Forschung für die praktische Weiterentwicklung etwa des Bildungssystems direkt nutzbar zu machen. Drei seiner wichtigsten Forschungsgebiete sind die adäquate Behandlung von Messfehlern in quantitativen Daten durch sogenannte Strukturgleichungsmodelle, der Umgang mit fehlenden Werten in großen Datensätzen sowie Arbeiten zu bayesianischen Methoden.

Seine Methode der probabilistischen Prognose zeigt die Wahrscheinlichkeit künftiger Entwicklungen auf wissenschaftlich belastbare Weise auf. Durch die Einbeziehung historischer Daten sorgt er außerdem dafür, dass neues Wissen systematisch durch Erfahrungen aus der Vergangenheit ergänzt wird, um so eine verlässliche Basis für politische und gesellschaftliche Entscheidungen zu schaffen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt dabei auf groß angelegten Studien wie der PISA-Schulleistungsstudie (Programme for International Student Assessment) und den TALIS-Studien der OECD, in denen seine methodischen Ansätze bereits direkt zur Anwendung kamen. David Kaplan nimmt nicht zuletzt zahlreiche strategische Beratungsrollen ein.


Langjährige Zusammenarbeit mit deutschen Forschenden
Seit dem Erhalt seines Humboldt-Forschungspreises im Jahr 2015 forschte Kaplan bereits mehrfach in Deutschland, insbesondere an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt am Main. Parallel kooperierte er eng mit Instituten wie dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg, das ihm den Status eines LIfBi Research Affiliates verlieh. Zuletzt erhielt Kaplan im April 2026 von der Alexander von Humboldt-Stiftung einen „Renewed Research Stay Award“. Diese Auszeichnung würdigt seine Forschungsbeiträge und seine mehr als 20-jährige Zusammenarbeit mit deutschen Kolleg:innen. Die damit verbundene finanzielle Förderung ermöglichte den zweimonatigen Forschungsaufenthalt in München.

Weitere Informationen zu David Kaplan und seinen Forschungsarbeiten:

Website “Bayesian Methods for Education Research” (University of Wisconsin–Madison)[1]Project page[2]GitHub page[3]
Kontakt
Prof. Dr. David Kaplan
Statistikexperte und Gastwissenschaftler am DJI
089/62306-344
david.kaplan@wisc.edu[4]

Veronika Thalhammer
Persönliche Referentin der Forschungsdirektorin
089/62306-355
thalhammer@dji.de[5]

Birgit Lindner
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306180
blindner@dji.de