Erwerbsverläufe und soziale Risiken
Call for Papers für Fachtagung von IAB und DJI: Gesucht werden Beiträge zu Entwicklungen und Lebenslagen im Kontext von (Nicht-)-Erwerbstätigkeit und Ungleichheit
6,8 Prozent aller Erwerbstätigen ab 16 Jahren lebten in Deutschland im Jahr 2025 unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze, zeigen die aktuellen Daten des Statistisches Bundesamtes. Viele von ihnen können mit ihrem Erwerbseinkommen den Lebensunterhalt für sich und weitere im Haushalt lebenden Personen nicht bestreiten und sind auf Bürgergeld gemäß SGB-II (Sozialgesetzbuch, Zweites Buch) angewiesen. Im Fokus der Fachtagung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) vom 15. bis 16. Oktober 2026 stehen empirische Arbeiten, die Entwicklungen, Risiken und Lebenslagen im Kontext von (Nicht-)Erwerbstätigkeit und sozialer Ungleichheit in Deutschland untersuchen.
Thematisiert werden sollen insbesondere die Vielfalt von Erwerbs- und Familienkontexten sowie zentrale Prozesse und Übergänge im Lebensverlauf, etwa Ein- und Austritte aus Beschäftigung, Zeiten in Nicht-Erwerbstätigkeit, Phasen niedriger Einkommen oder Veränderungen in Haushalts- und Familienstrukturen. Ebenso erwünscht sind Beiträge zu institutionellen und strukturellen Rahmenbedingungen, regionalen Disparitäten oder sozialen Herkunftseffekten. Darüber hinaus sind Einreichungen willkommen, die individuelle und familiale Lebenslagen sowie deren Folgen für Wohlbefinden und soziale Teilhabe untersuchen oder gesellschaftliche Bezüge sozialer Ungleichheit – etwa zu politischen Einstellungen oder zum Demokratieverständnis – in den Blick nehmen. Auch methodische Beiträge, beispielsweise zur Messung von Einkommensungleichheit und Armut, sind ausdrücklich erwünscht.
Die Tagung im IAB in Nürnberg bietet eine interdisziplinäre Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaftler:innen, die zu sozialer Ungleichheit und ungleichen Lebensverhältnissen in der Erwerbsgesellschaft forschen. Die Tagung wird gerahmt durch Keynotes von Raphaela Hyee, PhD von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Prof. Dr. Fabian Pfeffer von der LMU (Ludwig-Maximilians-Universität München).
Abstracts (max. 3.000 Zeichen mit Leerzeichen) können bis zum 30. Juni 2026 an iab.fdz@iab.de eingereicht werden.
Weitere Informationen zur Veranstaltung [1]
Kontakt
Prof. Dr. Christina Boll
Leiterin der Abteilung “Familie und Familienpolitik”
089-62306-255
boll@dji.de[2]
Birgit Lindner
Abteilung Medien und Kommunikation
089/62306-180
blindner@dji.de[3]