Eltern in armutsgefährdeten Haushalten lesen ihren Kindern häufig vor – jedoch weniger oft als in Haushalten ohne Armutsgefährdung

DJI-Analysen für den UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland zeigen Bildungsungleichheiten schon von klein auf

Grafik „Zahl des Monats April 2026“: 72 % der Eltern von 0- bis 6-jährigen Kindern mit Armutsgefährdung lesen ihren Kindern täglich oder mehrmals pro Woche vor.
27. März 2026 -

Lernen in der Familie spielt eine zentrale Rolle für den Bildungsverlauf von Kindern. Mütter und Väter gestalten die Lernumwelt, indem sie durch gemeinsame Aktivitäten wie Vorlesen oder Musizieren die sprachliche und kognitive Entwicklung ihrer Kinder fördern. Besonders das Vorlesen gilt als wichtige Aktivität.

Eine Auswertung des Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A) 2023“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zeigt, dass 72 Prozent der Eltern von 0- bis 6-jährigen Kindern mit Armutsgefährdung ihren Kindern täglich oder mehrmals pro Woche vorlesen. Im Vergleich dazu liegt der Anteil bei Eltern von Gleichaltrigen ohne Armutsgefährdung bei 87 Prozent. Die Analyse ist Teil des UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2025.


Aufwachsen in hohem Maße durch soziale Lage der Familie geprägt
Die Befunde verdeutlichen soziale Ungleichheiten in der frühkindlichen Förderung. Doch nicht nur die Bildungschancen sind in Deutschland ungleich verteilt. Kinder und Jugendliche aus armutsgefährdeten Familien sind in vielen Lebensbereichen benachteiligt. Negative Folgen von Armut finden sich auch in der materiellen Situation, sozialen Beziehungen, sicherem Aufwachsen und Risiken, Gesundheit sowie subjektivem Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. Ihr Aufwachsen ist in hohem Maße durch die soziale Lage ihrer Familien geprägt. Hieraus können sich unterschiedliche Teilhabe- und Entwicklungsmöglichkeiten ergeben.

Balkendiagramm zum Vorlesen in Familien: 85 % der Eltern lesen ihren Kindern regelmäßig vor. Der Anteil ist am höchsten bei 2-Jährigen (91 %) und niedriger bei 0-Jährigen (70 %) und 6-Jährigen (78 %). Höheres Bildungsniveau (92 %) sowie fehlende materielle Deprivation (89 %) und keine Armutsgefährdung (87 %) gehen mit häufigerem Vorlesen einher.


Der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2025
Seit dem Jahr 2006 bündelt UNICEF mit seinen Berichten zur Lage der Kinder in Deutschland die wichtigsten verfügbaren Erkenntnisse über das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Im Jahr 2025 wurde der Bericht durch Forschende des Deutschen Jugendinstituts (DJI) erarbeitet. Grundlage bilden unter anderem Daten und Analysen des DJI-Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ (AID:A), der „EU-Statistik zu Einkommen und Lebensbedingungen“ (EU-SILC), der Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „Health Behavior in School-aged Children“ (HBSC) der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie der Schulleistungsvergleichsstudie PISA.

 

Pressemitteilung zur Veröffentlichung des UNICEF-Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2025[1]Wichtige Ergebnisse des UNICEF-Berichts im Videointerview mit DJI-Forschungsdirektorin Prof. Dr. Susanne Kuger[2]Phoenix-Mitschnitt der Vorstellung des Berichts auf der Bundespressekonferenz, 12.11.25[3]

 

Kontakt
Dr. Mirjam Weis
Kommissarische Abteilungsleiterin Zentrum für Dauerbeobachtung und Methoden
Tel.: 089/62306-342
weis@dji.de

Dr. Alexandra Langmeyer
Leiterin der Fachgruppe "Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern"
Tel.: 089/62306-592
langmeyer@dji.de[4]

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-397
mkern@dji.de[5]