Publikationen

Rollenverständnis und Handlungsstrategien junger Menschen in der DDR


Schreier, Kerstin
In: Deutsches Jugendinstitut (Hrsg.) (1998):
Rollenverständnis und Handlungsstrategien junger Menschen in der DDR. Datensicherung und -aufbereitung von Studien des ehemaligen Zentralinstituts für Jugendforschung in Leipzig zur Bereitstellung von Reanalysen durch die Sozialforschung. Abschlussbericht.
Leipzig Deutsches Jugendinstitut
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Bei der wissenschaftlichen Begleitung des Transformationsprozesses im Osten Deutschlands
erweist sich die Analyse von Zeitdokumenten der sozialwissenschaftlichen Forschung der
DDR als ein wichtiger Erklärungshintergrund für das aktuelle Rollenverständnis und -verhalten
junger Menschen in den neuen Bundesländern, das vor allem durch das starke
Bestreben ostdeutscher junger Frauen, in ihrem Lebenskonzept Partnerschaft, Kinder und
Beruf nebeneinander zu realisieren, gekennzeichnet ist. Ihr Erwerbsanspruch, geprägt durch
traditionelle, mit dem DDR-Alltag verhaftete Erfahrungen und Vorstellungen, ist nach wie vor
in starkem Maße vorhanden. Angesichts der Widersprüche zwischen diesem Anspruch
ostdeutscher Frauen an Berufs- und Familienrollen und den Realisierungsmöglichkeiten am
Ende dieses Jahrhunderts stellt sich die Frage nach den Ursachen und Entwicklungstrends des
Geschlechterrollenverständnisses. Die Quellen ihrer Einstellung gegenüber eigener
Erwerbstätigkeit und ihres adäquaten Verhaltens können anhand von Analysen einer Vielzahl
empirischer Studien des ehemaligen Zentralinstituts für Jugendforschung (ZIJ) in Leipzig
hinterfragt werden.