Das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) gehört zu den großen sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituten Europas und erforscht die Lebenssituationen von Kindern, Jugendlichen und Familien in aktuellen gesellschaftspolitischen Kontexten. Seit über 50 Jahren berät das Institut die Politik, indem es gesellschaftliche Trends empirisch analysiert, neue fachliche Entwicklungen wissenschaftlich begleitet und Prognosen für die Zukunft stellt. Mit seiner sozialwissenschaftlichen Expertise setzt das Institut entscheidende Akzente in der Wissenschaft und liefert der Fachpraxis wichtige Impulse. So unterstützt das DJI die Berichterstattung der Bundesregierung sowohl bei den nationalen Bildungsberichten als auch bei der Erstellung der Kinderund Jugendberichte sowie der Familienberichte, die am DJI zugleich geschäftsführend betreut werden. Neben der Beratung von Politik und Praxis der Kinder-, Jugendund Familienhilfe evaluiert und begleitet das DJI auch Modellvorhaben.

Das 1963 gegründete außeruniversitäre Institut hat seinen Sitz in München und eine Außenstelle in Halle (Saale). Es beschäftigt knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Träger ist ein gemeinnütziger Verein mit Mitgliedern aus Politik, Wissenschaft, Verbänden und Einrichtungen der Kinderund Jugendhilfe sowie der Familienorganisationen. Der institutionelle Etat, der weniger als die Hälfte des Gesamthaushalts ausmacht, wird überwiegend aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), ein kleinerer Anteil von den Bundesländern finanziert. Darüber hinaus wirbt das Institut erhebliche Drittmittel von öffentlichen und privaten Geldgebern zur Durchführung von Forschungsprojekten ein. Die Mitgliederversammlung, das Kuratorium und ein Wissenschaftlicher Beirat begleiten und beraten das Institut.

Am DJI untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in fünf fachlichen Organisationseinheiten die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie damit zusammenhängende sozialstaatliche Angebote und Maßnahmen: Neben den Fachabteilungen Kinder und Kinderbetreuung, Jugend und Jugendhilfe,

Familie und Familienpolitik, die sich jeweils in vier thematische Fachgruppen gliedern, und dem Zentrum für Dauerbeobachtung und Methoden widmet sich ein Forschungsschwerpunkt dem Bereich Übergänge im Jugendalter.

Forschungsergebnisse zu relevanten Themen verbreitet das DJI über unterschiedliche Kanäle: Der WebAuftritt ermöglicht Interessierten einen schnellen Zugang zu relevanten Informationen. Das vierteljährlich erscheinende Forschungsmagazin DJI Impulse widmet sich aktuellen Schwerpunktthemen, die für Politik, Wissenschaft und Fachpraxis aufbereitet werden. Eine breite Palette von DJI-Studien und -Berichten informiert über die rege Forschungstätigkeit am Institut und kann direkt über die Website abgerufen werden. Vertiefend publizieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Ergebnisse in Büchern, die in einer Reihe von Wissenschaftsverlagen und im DJI-Verlag sowie in einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Eine auf sozialwissenschaftliche Publikationen spezialisierte Präsenzbibliothek mit rund 100.000 Büchern und 185 Fachzeitschriften ist öffentlich zugänglich.

Wissenschaftliche Exzellenz entsteht durch vernetztes Denken und Wissenstransfer. Das Deutsche Jugendinstitut forscht deshalb gemeinsam mit Universitäten und Fachhochschulen. Enge Kooperationen bestehen beispielsweise mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Evangelischen Hochschule Dresden und der Ludwig-Maximilians-Universität sowie der Technischen Universität München. Außerdem unterhält das DJI seit 2002 einen Forschungsverbund mit der Technischen Universität Dortmund. Auf nationalen und internationalen Tagungen sind Referentinnen und Referenten des DJI wegen ihrer Fachexpertise gern gesehene Vortragende. Die zahlreichen vom DJI durchgeführten Veranstaltungen und wissenschaftlichen Tagungen richten sich sowohl an Fachkräfte aus der pädagogischen Praxis als auch an Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr 26,6 Mio. Euro vereinnahmt. Als institutionelle Förderung erhielt das DJI 12,3 Mio. Euro (davon: BMFSFJ 11,7 Mio. Euro, Länder 0,6 Mio. Euro). Das bedeutete für den institutionellen Bereich eine Erhöhung um 0,7 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (2017: 11,6 Mio. Euro). Zusätzlich wurden 1,0 Mio. Euro Overheadkosten aus dem Projekthaushalt zur Deckung der Mehrausgaben der sächlichen Verwaltungsausgaben als Einnahmen verrechnet.

Von den eingeworbenen Drittmitteln in Höhe von 15,2 Mio. Euro sind für die Projekte insgesamt im Haushaltsjahr 2018 13,9 Mio. Euro als Einnahme realisiert worden (Standort München: 9,9 Mio. Euro, Halle: 4,0 Mio. Euro). Der Vorjahreswert von 12,8 Mio. Euro wurde deutlich übertroffen. Der Umfang der Projektmittel am jährlichen Gesamtumsatz liegt nun bei 52,2% (2017: 51,0%).

Zahlreiche Projekte wurden 2018 neu eingeworben: DIWAN – Diversität und Wandel der Erziehung in Migrantenfamilien aus der Perspektive von Eltern und Fachpraxis; PAD – Peers als Adressatinnen und Adressaten von Disclosure und Brücken ins Hilfesystem; METAQEB – Qualitätsentwicklung für gute Bildung in der frühen Kindheit; SP:PAS – Verbundprojekt „Schutzprozesse gegen sexuelle Übergriffe“ – Partizipative Prävention im sozialen Umfeld vulnerabler Jugendlicher; BilDe – Bildung und Demokratie mit den Jüngsten (alle BMBF); Effekte von Bildungsprozessen in nonformalen Settings (DFG); ECoWeb (EU); Evaluation der Kampagne „Stark durch Erziehung“ (Bay. STMAS); Erfahrungen von LSBT*Q Jugendlichen in der beruflichen Bildung (BGAG Stiftung Walter Hesselbach); Geschäftsführung Neunter Familienbericht; QHB 2.0 – Überarbeitung und Erweiterung des Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuchs Kindertagespflege; Impulse für die Weiterentwicklung der Familienerholung (§ 16 SGB VIII) (alle BMFSFJ); Hallesche Kinder und Jugendstudie 2018 – „Was geht?“ (Stadt Halle); Qualitätsentwicklung in Kinderschutz BadenWürttemberg (MSIBW); Jugendstudie „Aufwachsen und Alltagserfahrungen von Jugendlichen mit Behinderung“ (BadenWürttemberg Stiftung).

Zudem wurden u. a. die Drittmittel für die Evaluation des Programms „Demokratie leben“ (BMFSFJ) deutlich erhöht und die vierte Phase der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (BMBF) ab 2019 genehmigt.

Von der institutionellen Förderung wurden insgesamt 9,4 Mio. Euro für Personalausgaben verwendet. Die institutionell geförderten Sachausgaben beliefen sich auf 1,8 Mio. Euro. Hinzu kamen 1,0 Mio. Sachausgaben, die durch die Einnahmen aus dem Projekthaushalt gedeckt wurden. Die sächlichen Verwaltungsausgaben entstanden hauptsächlich in den Bereichen Miete und Bewirtschaftung der Büroräume, Betrieb der Informationstechnologie und laufender Geschäftsbedarf. Aus den Mitteln des Forschungsetats wurden 1,0 Mio. Euro im Wesentlichen für Forschungsprojekte der Abteilungen, die Surveyforschung und die Sachausgaben der überführten Projekte verausgabt.

Von den rund 13,9 Mio. Euro Einnahmen aus drittmittelfinanzierten Projekten sind im Berichtsjahr 13,1 Mio. Euro abgeflossen: 9,4 Mio. Euro (2017: 8,1 Mio. Euro) wurden für befristet beschäftigtes Personal und 3,7 Mio. Euro für Sachausgaben wie Erhebungen, Kooperationen, Expertisen, Veröffentlichungen und anteiligen Betriebsaufwand (Overhead) aufgewendet.

Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hat die Prüfung der Jahresrechnung und des DJI-Gesamtverwendungsnachweises 2017 mit Bericht vom 24.07.2018 abgeschlossen. Die Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses bestätigt, dass die Haushaltswirtschaft des DJI im Jahr 2017 geordnet war und keine Prüfungsfeststellungen zu treffen waren. Die Jahresrechnung 2017 sowie der entsprechende Gesamtverwendungsnachweis wurden vom Kuratorium am 11.10.2018 beschlossen. Die Entlastung des Vorstands und des Kuratoriums erfolgte am 12.10.2018 durch die Mitgliederversammlung.

Am 31.12.2018 waren 390 Voll- und Teilzeitkräfte an den DJI-Standorten München und Halle sowie im Projektbüro Leipzig beschäftigt (2017: 366). Damit zählt das DJI auch weiterhin zu den größten außeruniversitären sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituten in Deutschland. Die Zahl der wissenschaftlichen Beschäftigten belief sich auf 252, die der nichtwissenschaftlichen Beschäftigten auf 74. Ohne Hilfskräfte waren am DJI somit 326 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Von diesen befinden sich 30 Prozent in einem unbefristeten und 70 Prozent in einem befristeten Arbeitsverhältnis.

Betrachtet man nur die Arbeitsverhältnisse der wissenschaftlichen Referentinnen und Referenten, so unterliegen ca. 81 Prozent der wissenschaftlichen Arbeitsverhältnisse – überwiegend auf Basis des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes – einer Befristung. Die mit der hohen Zahl der Befristungen einhergehende Fluktuation führt zu erheblichen Anstrengungen in allen Arbeitseinheiten des Instituts. So wurden im Berichtsjahr mehr als 100 Arbeitsverhältnisse neu begründet und 80 überwiegend wegen befristeter Projektlaufzeiten beendet.

Im Berichtsjahr bewegte sich der Anteil der weiblich Beschäftigten mit knapp 80 Prozent unverändert auf hohem Niveau. Die Altersstruktur zeigt ein konstantes Bild: Der Anteil der bis zu 40-jährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte) lag im Jahr 2018 wie im Vorjahr bei 51 Prozent.

Das DJI erhielt 2018 ca. 1.700 Bewerbungen auf 130 Stellenausschreibungen. Die Einstellungsverfahren bei überwiegend befristeten Arbeitsverhältnissen gestalten sich seit längerer Zeit zunehmend schwieriger. Dies gilt für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie für Leitungskräfte und Verwaltungs- und IT-Fachkräfte. Zurückzuführen ist dies nicht nur auf die besonders robuste Arbeitsmarktsituation im Großraum München, sondern auch auf den Zusammenhang zwischen notwendigem Anforderungsprofil, tarifrechtlichen Vorgaben und angebotenen Befristungszeiträumen.

Projektkonstellationen sind durch eine hohe Zahl an externen Kooperationspartnern sehr komplex. Finanzierungszusagen liegen terminlich häufig so nahe am Projektbeginn, dass bei der Personalauswahl für befristete Stellenbesetzungen alle vertragsschließenden Parteien in besonderer Weise gefordert sind. Insgesamt wurden im Sachgebiet Personal ca. 430 arbeitsvertraglich relevante Einzelmaßnahmen bearbeitet – im Wesentlichen begründet durch Neueinstellungen, Weiterbeschäftigungen, Austritte, Arbeitszeitänderungen, Mutterschutz und Elternzeit.

Die Anzahl der Dienstreisen, inklusive der Reisen, die das DJI für externe Expertinnen und Experten, Gremienmitglieder sowie Tagungsteilnehmende abrechnet, haben erneut ein sehr hohes Niveau erreicht. Insgesamt sind im Berichtsjahr rund 3.100 Reisekostenabrechnungsvorgänge entstanden.