Bücher von DJI-Autor_innen in Fremdverlagen 2020

Nachfolgende Titel sind nur über den Buchhandel erhältlich

Leonhard Birnbacher (2020)
Arbeit an der Erfahrung
Zum deutschen Weg aus der kriegsgesellschaftlichen
Moderne 1943–1949,
1. Auflage

Velbrück Wissenschaft 2020

336 Seiten
Print: ISBN: 978-3-9583-2232-5, € 39,90

Anders als in Frankreich oder England, wo der Erste Weltkrieg die entscheidende Zäsur für die zivilgesellschaftliche Transformation darstellt, ist es in Deutschland der Zweite Weltkrieg, der zu einem grundlegenden Struktur- und Mentalitätswandel führt. Erst an seinem Ende bricht die deutsche Gesellschaft mit den Mobilisierungsystemen des Heroismus und Bellizismus und durch seinen Ausgang beginnt erst die deutsche Gesellschaft, jenes Selbstverständnis zu entwickeln, das uneingeschränkt auf Zivilität, Integration und Kooperation ausgerichtet ist.
Die vorliegende Untersuchung rekonstruiert, wie es der von Kriegs- und Gewalterfahrungen geprägten deutschen Gesellschaft nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelingt, diese Erfahrungen zu verarbeiten. Das Ende des Zweiten Weltkriegs ist kein statisch fixierter Wendepunkt in der Geschichte des modernen Deutschlands, sondern eine eigenständige Übergangsphase, in der die deutsche Gesellschaft sich sukzessiv von den Erfahrungen des Krieges löst und ihr ziviles Selbstverständnis zu entwickeln beginnt.
Methodisch-konzeptionell operiert die Untersuchung mit einem erweiterten Erfahrungsverständnis, das darin nicht nur das Abbild subjektiver Wirklichkeit sieht, sondern Erfahrung als eine Wissenskategorie behandelt, die sich in Abhängigkeit zu ihrer soziokulturellen Umgebung auch ändern oder anpassen kann. Mit diesem erfahrungstheoretischen Zugriff gelingt es dem Autor aufzuzeigen, dass die Kriegs- und Gewalterfahrungen nach dem Zweiten Weltkrieg weniger verdrängt als vielmehr diskursiv neu gerahmt und auf diesem Weg bewältigt wurden. Das für die kriegsgesellschaftliche Moderne charakteristische Bild von der sakrifiziellen Aufopferung verschwindet hierbei, während sich ein viktimes Sinnsystem zu entwickeln beginnt. Letzteres ermöglicht die narrative Bewältigung der Kriegsgewalt, entzieht dem Krieg aber ebenso die kulturelle Grundlage.

Autorengruppe Bildungsberichterstattung (Hrsg.) (2020):
Bildung in Deutschland 2020.
Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in einer digitalisierten Welt.
Bielefeld: wbv Media

238 Seiten
Print: ISBN: 978-3-7639-6130-6, 69,00
E-Book (PDF): Kostenlos online unter:
https://www.bildungsbericht.de/static_pdfs/bildungsbericht-2020.pdf[2]

In der 8. Ausgabe präsentiert der indikatorenbasierte Bericht Daten und Analysen zum deutschen Bildungssystem für Bildungspolitik, Bildungsplanung und Öffentlichkeit. Schwerpunktthema der Langzeitsystemstudie ist Bildung in einer digitalisierten Welt. Die Bestandsaufnahme zum deutschen Bildungswesen betrachtet Bildungsvoraussetzungen, Bildungswege und Bildungsergebnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf der Grundlage von Daten der Bildungsinstitutionen, der Bildungsteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie weiteren Kontextinformationen von Bildung. Der Bericht bietet einen Gesamtblick auf alle Bildungsbereiche, von der frühen Bildung im Kleinkindalter bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter. Die kontinuierliche, datengestützte Beobachtung und Analyse liefert damit Informationen zu Trends im Bildungswesen für Bildungspolitik, Bildungsverwaltung und -praxis ebenso wie für Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Blatter, Kristine, Groth, Katarina, Hasselhorn, Marcus (Hrsg.) (2020)
Evidenzbasierte Überprüfung von Sprachförderkonzepten im Elementarbereich
Was macht gute Evidenzbasierung aus?

VS Verlag für Sozialwisschaften (2020)

181 Seiten
Print: ISBN: 978-3-658-26437-6, € 44,99
E-Book/pfd: ISBN: 978-3-658-26438-3, € 34,99

Die Forderung nach evidenzbasiertem Wissen über die Wirksamkeit von Sprachförderkonzepten im Elementarbereich wird immer größer. Oft fehlt jedoch eine kritische Auseinandersetzung mit der Belastbarkeit und Aussagekraft von gewonnenen Forschungsergebnissen. Wie ist der Status Quo bei Wirkungsevaluationen von Sprachfördermaßnahmen? Welche methodischen Ansätze tragen zu einer hohen Qualität dieser Wirkungsevaluationen bei? Welche Rahmenbedingungen können die Wirksamkeit von Sprachförderkonzepten beeinflussen? Diesen Fragen wird im vorliegenden Band nachgegangen.

Stephan Kielblock / Bettina Arnoldt / Natalie Fischer / Johanna M. Gaiser / Heinz Günter Holtappels
Individuelle Förderung an Ganztagsschulen
Forschungsergebnisse der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG)

Verlagsgruppe Beltz Julius Beltz GmbH & Co. KG (2020)


281 Seiten
Print: ISBN: 978-3-7799-6257-1, € 39,95

Individuelle Förderung zielt auf die Passung zwischen individuellen Lernvoraussetzungen und Begabungen auf Schülerseite und den Angeboten der Schule. Sowohl die Bildungspolitik als auch Eltern erwarten von Bildungseinrichtungen, eine solche Passung in ihrer Praxis herzustellen. Ganztagsschulen wird ein besonderes Potenzial zugeschrieben, das ›Mehr an Zeit‹ dahingehend zu nutzen, um geeignete Organisationsformen und Lernarrangements für eine wirksame Förderung zu gestalten. Allerdings schöpfen Ganztagsschulen ihre Möglichkeiten noch nicht voll aus. Bisher mangelte es an Vertiefungsstudien, die alternative Konzepte, Programme und konkrete pädagogische Ansätze zur Verbesserung der individuellen Förderung beleuchten. Insbesondere Studien mit längsschnittlichen Erhebungsdesigns und Interventionsstudien können helfen, Erklärungs- und Handlungswissen für die Ganztagsschulpraxis bereitzustellen. In der dritten Förderphase der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) wurden entsprechende Forschungen durchgeführt, die Erkenntnisse für eine bessere Gestaltungspraxis liefern. Der Band präsentiert die Forschungsergebnisse aus dieser Studie.

Anna Buschmeyer, Claudia Zerle-Elsäßer (Hrsg.) (2020)
Komplexe Familienverhältnisse
Wie sich das Konzept „Familie“ im 21. Jahrhundert wandelt(Forum Frauen- und Geschlechterforschung, Band 50)

Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot (Thien/Wienold GbR) 2020

294 Seiten
Print: ISBN: 978-3-89691-250-3 294 , € 32,00

Familienverhältnisse werden immer komplexer. Was zunächst fast banal klingt, wird bei genauerem Hinsehen zu einer Herausforderung für familiale Praxen und Alltagsgestaltungen, aber auch für die Forschung, die sich dem Thema Familie widmet. Die Zunahme der Komplexität ist dabei eng verknüpft mit einem Wandel der Geschlechterverhältnisse. Caring Masculinities, Single Moms by Choice, Social Freezing und (queeres) Familienleben jenseits der heteronormativen Kleinfamilie sind nur einige Beispiele für ‚neue‘ oder ‚komplexe‘ familiale Praxen – oder zumindest können sie zu solchen beitragen. Sie alle zeigen, dass Familie nicht (mehr) als solche einfach ‚ist‘, sondern beständig hergestellt werden muss, um nicht von außen oder innen in Frage gestellt zu werden oder an der Organisation des Alltags zu scheitern. Was macht dann Familie zu Familie, wenn alles immer komplexer wird? Wie kommen Familien zusammen, wie gründen sie sich? Wie erleben die Familienmitglieder ihr Zusammensein als Familie? Diesen und anderen Fragen widmet sich der Band, der „komplexe Familienverhältnisse“ als die neue ‚Normalität‘ untersuchen und in den Mittelpunkt stellen möchte.

Katrin Haase / Gesine Nebe / Matthias Zaft (2020)
Rechtspopulismus – Verunsicherungen der Sozialen Arbeit


Weinheim: Verlagsgruppe Beltz Julius Beltz GmbH & Co. KG (2020)


227 Seiten
Print: ISBN: 978-3-7799-6188-8, € 29,95
E-Book: ISBN: 978-3-7799-5490-3 , € 27,99

Anlass und Gegenstand des Sammelbandes ist eine kritische Verständigung zum Phänomen Rechtspopulismus und seiner Relevanz für Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit. Empirisch fundiert und theoretisch rückgebunden wird der Frage nachgegangen, ob und wie Rechtspopulismus in der Sozialen Arbeit verhandelt wird: Wie versichern sich Profession und Disziplin angesichts der Verunsicherungen?
Im Band werden insbesondere Selbstverständnisse und Selbstverständlichkeiten artikuliert, analysiert und diskutiert.

Sebastian Schinkel / Fanny Hösel / Sina-Mareen Köhler / Alexandra König / Elisabeth Schilling / Julia Schreiber / Regina Soremski / Maren Zschach (Hg.) (2020)
Zeit im Lebensverlauf
Ein Glossar
Bielefeld: transcript Verlag (2020)
384 Seiten
Print: ISBN: 978-3-8376-4862-1 € 35,00
E-Book: ISBN: 978-3-8394-4862-5, kostenlos unter:
https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4862-1/zeit-im-lebensverlauf[8]

Gegenwartsgesellschaften funktionieren über enorm dynamische Zeitlogiken und eröffnen vielfältige Handlungsräume. Das transdisziplinäre Glossar bietet Einblicke in die vielseitigen Erkenntnisse und Perspektiven zum Thema Zeit im Lebensverlauf. Die einzelnen Stichworte beschreiben Aspekte individueller Zeitlichkeit und sozialer Zeitstrukturen in ihrer Diversität, mitunter auch Unberechenbarkeit, die den Lebensrhythmus und schließlich das Lebensgefühl mitbestimmen. Damit rücken nicht zuletzt Fragen zur Konstruktion sinnvoller Zeitgestaltung und soziokultureller Zwänge zwischen Planbarkeit und Kontingenz in den Blick: als Auseinandersetzung mit Zeitordnungen und einem sozial verfassten Zeiterleben, das auf diese Zeitordnungen bezogen und durch diese strukturiert ist.