Zeitgerechte Stadt für Familien

DJI-Wissenschaftlerin Dr. Martina Heitkötter befasst sich in einem Sammelband mit der Frage, wie gute Stadtplanung Zeitnot mindern kann

Foto: iStockphoto

22. Juli 2019 -

Zeitdruck, Stress sowie das Empfinden, ständig zu wenig Zeit für die Familie zu haben oder von Zeitkonflikten geplagt zu sein, ist für eine wachsende Zahl von Familien ein Problem im Alltag. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für Mütter wie Väter aufgrund steigender beruflicher Anforderungen sowie erhöhter Erwartungen an Elternschaft eine zunehmend schwierige Aufgabe: Warum ist die Ressource Zeit so zentral für Familien und worin liegen die tieferen Ursachen familialer Zeitnot?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich ein Artikel, den DJI-Wissenschaftlerin Dr. Martina Heitkötter in dem neu erschienenen Sammelband „Zeitgerechte Stadt“ gemeinsam mit Heinz Zohren, Fachbereich Kinder, Jugend, Schule der Stadt Aachen, veröffentlicht hat. Der Artikel beschreibt Ansätze der lokalen Familienzeitpolitik unter besonderer Berücksichtigung des Bereichs der Stadtplanung am Beispiel der Stadt Aachen.

Heitkötter setzt sich seit einigen Jahren mit dem Thema „Zeit und Familie“ auseinander. Unter anderem arbeitete sie in dem viel beachteten DJI-Projekt „Optionszeiten im Erwerbsverlauf“ mit, bei dem der Zeitdruck für Eltern aus der Lebensverlaufsperspektive untersucht wurde. Während ihrer Mitarbeit im Arbeitskreis, den die Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) und das Leibniz Forum für Raumwissenschaften eingerichtet hatten, rückte dagegen die Alltagsperspektive stärker in den Vordergrund.

Die Mitglieder des zweijährigen Arbeitskreises – Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Planung und Praxis – behandelten Fragestellungen rund um das Thema Zeitgerechtigkeit und integrierte Stadtplanung. Die Befunde, Schlussfolgerungen und Empfehlungen der unterschiedlichen Perspektiven und Fachdisziplinen sind nun im Buch „Zeitgerechte Stadt“ zu finden.

Ausgangspunkt des Sammelbands ist, dass Menschen in der modernen Gesellschaft weitreichende zeitliche Umstrukturierungen, Beschleunigung und Zeitknappheit erfahren. Zeit und deren Verfügbarkeit gewinnen damit als eine weitere Dimension des Sozialstaates eine wachsende Bedeutung. Bei einer solch zentralen Rolle von Zeit müsse laut den beiden Herausgebern des Sammelbands – Prof. Dr. Dietrich Henckel, Stadtforscher und Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik, und Prof. Dr. Caroline Kramer, Humangeografin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – auch darüber nachgedacht werden, ob eine integrierte Stadtplanung die zeitlichen Dimensionen explizit berücksichtigen müsse.

Zeitgerechte Stadt: Konzepte und Perspektiven für die Planungspraxis (Forschungsberichte der ARL)DJI-Projekt „Familien in gemeinschaftlichen Wohnformen (FageWo)“
Kontakt:

Martina Heitkötter
Abteilung Familie und Familienpolitik
Tel.: 089/62306-408
heitkoetter@dji.de

Birgit Taffertshofer
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-180
taffertshofer@dji.de

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