Jugendforschung auch mit regionalem Bezug

20 Jahre Forschung an der Außenstelle des Deutschen Jugendinstituts in Halle (Saale)

05. Oktober 2023 -

Seit dem Jahr 2003 forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in Halle (Saale). Ein hervorragendes wissenschaftliches Netzwerk und Forschung mit regionalem Bezug sind nur zwei Vorteile der DJI-Außenstelle in Sachsen-Anhalt. Vor allem die DJI-Fachgruppe „Politische Sozialisation und Demokratieförderung“ sowie der „Forschungsschwerpunkt Übergänge im Jugendalter“ sind dort vertreten.

„Unsere Lage in den Franckeschen Stiftungen in Halle bildet ein ideales Umfeld für den wissenschaftlichen Austausch. Kooperationen etwa mit der Martin-Luther-Universität und dem Zentrum für Schul- und Bildungsforschung oder auch das geplante Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation machen den Standort einzigartig“, betont Prof. Dr. Birgit Reißig, Leiterin der DJI-Außenstelle.




DJI übernahm das Zentralinstitut für Jugendforschung der DDR

Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands übernahm das DJI das Zentralinstitut für Jugendforschung (ZIJ) in Leipzig – ein Pendant zum DJI. Allerdings erfolgte die Jugendforschung in der ehemaligen DDR unter deutlich restriktiveren Bedingungen.

Die Anfangsjahre waren zum einen davon geprägt, Daten aus der ZIJ-Forschung für das Zentralarchiv für empirische Sozialforschung (ZA) in Köln aufzubereiten. Zum anderen wurde eine Mitte der 1980er Jahre begonnene Längsschnittstudie über Bildung und Arbeit sowie Chancen und Risiken jugendlichen Aufwachsens bis Mitte der 1990er Jahre fortgeführt. Themen, die bis heute eine starke Rolle in der Forschung des DJI und insbesondere der Außenstelle spielen.

Schon bald kamen neue Themen und Projekte hinzu: Etwa die „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“ zur beruflichen und sozialen Eingliederung sozial benachteiligter und individuell beeinträchtigter junger Menschen am Übergang in Ausbildung und Erwerbsleben sowie „Straßenkinder und -jugendliche“ in München und Leipzig wurden vergleichend erforscht. Dass Fragestellungen zu Forschungsthemen an beiden DJI-Standorten, in Halle und in München, bearbeitet werden, trifft bis heute auf viele Projekte zu.

 

Fachgruppen und Themen der Außenstelle

In der Fachgruppe „Politische Sozialisation und Demokratieförderung“ haben Projekte Tradition, die Maßnahmen zur Demokratieförderung, zur Gestaltung von Vielfalt und zur Prävention von Extremismus evaluieren, aktuell beispielsweise das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Zugleich existiert seit dem Jahr 2000 die „Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und Extremismusprävention“. Diese untersucht Prozesse politischer Sozialisation im Jugendalter, Hinwendungs- und Radikalisierungsverläufe junger Menschen sowie Maßnahmen und Ansätze der (sozial-)pädagogischen Präventions- und Förderpraxis.

Der „Forschungsschwerpunkt Übergänge im Jugendalter“ befasst sich vor allem mit jungen Menschen, die schwierige Startbedingungen haben. Ihre unterschiedlichen Wege von der Schule in Ausbildung und Erwerbsarbeit werden analysiert. Darüber hinaus kommt immer wieder eine regionale Orientierung zum Tragen, etwa in Jugendstudien der Stadt Halle. Neben Jugendlichen selbst ist seit der letzten Dekade verstärkt die Rolle von Kommunen bei der Gestaltung von Bildungszu- und -übergängen Gegenstand der Forschung. Inzwischen sind mehr als 100 Mitarbeitende an der DJI-Außenstelle beschäftigt, die sich in zahlreichen Projekten unterschiedlichen Schwerpunkten der Jugendforschung widmen.

Forschungsschwerpunkt "Übergänge im Jugendalter"Fachgruppe "Politische Sozialisation und Demokratieförderung"Arbeits- und Forschungsstelle Demokratieförderung und ExtremismuspräventionForschungsprojekt Programmevaluation "Demokratie Leben!"


Kontakt

Prof. Dr. Birgit Reißig
Leitung des Forschungsschwerpunkt "Übergänge im Jugendalter" und der Außenstelle Halle
Tel.: 0345/68178-33
reissig@dji.de

Martin Kern
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/62306-397
mkern@dji.de