Eltern als Bildungspartner

Wie eine Beteiligung an Schulen gelingen kann – darüber diskutierte DJI-Forschungsdirektorin Sabine Walper mit Teilnehmenden eines Workshops im Rahmen der Erstellung des Neunten Familienberichts

Prof. Dr. Sabine Walper, DJI-Forschungsdirektorin und Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den Neunten Familienbericht der Bundesregierung Foto: David Ausserhofer

23. September 2019 -

Erfolg in der Schule hängt vom Elternhaus ab. Viele Gründe sprechen deshalb für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern bei den Erziehungs- und Bildungsprozessen. Doch strukturelle Barrieren und wechselseitige Vorbehalte machen eine effektive Kooperation zuweilen schwierig. Deshalb trafen sich am 17. September rund 65 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis, um in einem Workshop der Sachverständigenkommission für den Neunten Familienbericht der Bundesregierung über Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit von Bildungsinstitutionen und Eltern zu diskutieren.

Der Standard für die Elternarbeit an deutschen Schulen ist laut den Ergebnissen von internationalen Studien wie TIMSS oder IGLU noch vergleichsweise hoch, wenn es um die Mitsprache der Eltern geht: An Schulen werden Elternsprecher gewählt, wirken Mütter und Väter in verschiedenen Gremien wie dem Schulrat mit oder organisieren Schulfeste. Außerdem werden sie an Elternabenden und Elternsprechtagen regelmäßig über den Stand der Klasse, aktuelle Planungen und die Leistungen ihres Kindes informiert. Nicht so gut schneiden deutsche Schulen allerdings darin ab, Eltern mit und ohne Migrationshintergrund oder in unterschiedlichen Lebenslagen konkret darin zu unterstützen, ihren Kindern beim Lernen zu helfen.

An diesem Punkt setzte der Workshop an: Nach der Begrüßung durch die DJI-Forschungsdirektorin und Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den Neunten Familienbericht, Prof. Dr. Sabine Walper, und einem Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Elke Wild von der Universität Bielefeld, folgten Impulse des Bundeselternrats, des Deutschen Lehrerverbands und der Bundesschülerkonferenz. Anschließend gab es die Möglichkeit, verschiedene Best-Practice-Beispiele und Programme kennenzulernen und anhand derer Erfahrungen und Berichte wünschenswerte bildungs- und familienpolitische Maßnahmen zu diskutieren. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema. Die Ergebnisse des Workshops sollen in den Neunten Familienbericht einfließen.

 „Der Workshop hat unterstrichen, wie wichtig eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen im Interesse der Kinder ist“, resümiert Prof. Dr. Sabine Walper. Dabei müssten die jeweiligen Zuständigkeiten neu justiert und klar benannt werden, um Überforderung auf beiden Seiten zu vermeiden. Angesichts der steigenden Bedeutung guter Bildung und zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft gewinne die multiprofessionelle Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit, der Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten an Bedeutung. Dem sollte auch in der Lehramtsausbildung Rechnung getragen werden.

Programm des WorkshopsGeschäftsstelle der Sachverständigenkommission für den 9. Familienbericht der Bundesregierung am DJI
Kontakt

Dagmar Müller
Geschäftsstelle der Sachverständigenkommission
Tel.: 089 62306-176
familienbericht@dji.de

Birgit Taffertshofer
Abteilung Medien und Kommunikation
Tel.: 089/632306-180
taffertshofer@dji.de

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