Jede vierte Kita, die am Kita-Register teilnimmt, war bisher von Verdachts- und Infektionsfällen betroffen

Tatsächliche Infektionen aber nur in insgesamt fünf Prozent der befragten Einrichtungen

16. Oktober 2020 -

Heute veröffentlichen das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und das Robert Koch-Institut (RKI) den aktuellen Monatsbericht September 2020 der interdisziplinären Corona-KiTa-Studie. Wichtige Zwischenergebnisse dafür liefert das KiTa-Register des DJI, das wöchentlich Daten bei den knapp 12.000 registrierten Einrichtungen abfragt. Die Auswertung zeigt, dass in den vergangenen Wochen jeweils rund zehn Prozent der am KiTa-Register teilnehmenden Einrichtungen einen SARS-CoV-2-Verdachts- oder Infektionsfall gemeldet haben. Jede vierte Einrichtung war bisher von einem solchen Fall betroffen, so die Auswertung bis Kalenderwoche 40 (bis Freitag, 2.10.2020). Tatsächliche bestätigte Infektionsfälle betrafen allerdings nur ein Prozent der Einrichtungen pro Woche.

DJI-Projektleiterin Dr. Susanne Kuger sagt: „Mithilfe des KiTa-Registers können wir jetzt erstmals die Situation in den Einrichtungen im Zeitverlauf beschreiben. Dabei beobachten wir, dass sich die tatsächlichen Infektionsfälle zwar in einem sehr niedrigen Bereich bewegen. Dennoch melden uns 25 Prozent der Einrichtungen, dass sie sich bereits mit Verdachts- und Infektionsfällen beschäftigen mussten, fünf Prozent haben gemeldet, dass sie bereits einmal von Infektionsfällen betroffen waren. Das zeigt, dass diese Fälle über die Zeit doch viele Einrichtungen betreffen.“

So wie die Zahl der Infektionsfälle in Deutschland gestiegen ist, hat nach Ende der Sommerferien auch der Anteil der infektionsbedingten Schließungen zugenommen. Insgesamt sind durchgehend weniger als ein Prozent der am KiTa-Register beteiligten Kitas pro Woche von Schließungen betroffen. Sind Schließungen nötig, werden zunehmend eher einzelne Gruppen statt ganzer Einrichtungen geschlossen.

Pandemiebedingt fällt seit Ende der Sommerferien circa fünf Prozent des pädagogischen Fachpersonals in der direkten Arbeit mit den Kindern aus. Rund die Hälfte davon (2 Prozent) beteiligt sich an der mittelbaren pädagogischen Arbeit, beispielsweise an der Dokumentation und der Vor- und Nachbereitung.

Die Abfragen bei den Einrichtungen zeigen zudem, dass die empfohlenen Hygienemaßnahmen sehr diszipliniert umgesetzt werden. So gehört in 90 Prozent der Einrichtungen Lüften und Desinfizieren zum Alltag. Bei Kitas mit Gruppenstruktur arbeiten 69 Prozent mit einer festen und konstanten Personalzuweisung, 66 Prozent mit einer strikten Gruppentrennung im Innenbereich. Weitere aktuelle Auswertungen sowie den Monatsbericht können Sie unter www.corona-kita-studie.de/results.html abrufen.

Neben dem KiTa-Register beruht die Corona-KiTa-Studie auf weiteren Modulen. Unter anderem wertet das Robert-Koch-Institut die Daten der Gesundheitsämter aus. Bis Ende September wurden 79 Ausbrüche von COVID-19 in Kitas und Horten ans RKI übermittelt und dabei insgesamt 381 Fälle registriert. Während 27 Prozent der Betroffenen zwischen null und fünf Jahren alt sind, sind 64 Prozent 15 Jahre und älter, vermutlich vor allem Erzieherinnen und Erzieher. Die bislang höchste Anzahl an Ausbrüchen in Kitas und Horten wurde in Kalenderwoche 37 übermittelt (10 Ausbrüche).

In Kürze startet das Robert Koch-Institut in Modul vier mit Untersuchungen von konkreten Ausbrüchen in Kitas. Hier werden in Einrichtungen mit einem akuten Infektionsfall ganze Haushalte untersucht: Bei Kindern, Eltern und Fachkräften sollen dann über Wochen Proben entnommen werden, um zu untersuchen, ob und wie der Virus weitergetragen wird.

Über das KiTa-Register
Für das KiTa-Register haben sich bis Mitte September knapp 12.000 Kindertageseinrichtungen bundesweit registriert, mehr als 7.000 Einrichtungen haben die ausführliche Erstbefragung ausgefüllt. Das entspricht 13 Prozent aller Kitas in Deutschland. Einrichtungen und Kindertagespflegepersonen, die noch nicht dabei sind, können jederzeit ins KiTa-Register einsteigen: KiTa-Register

Über die Studie
Mit der Corona-KiTa-Studie erforschen das Deutsche Jugendinstitut und das Robert Koch-Institut aus sozialwissenschaftlicher und medizinisch-epidemiologischer Sicht, welche Folgen das neuartige Coronavirus für Kitas, Kinder, Betreuungspersonen und Eltern hat. Die Erhebung läuft bis Dezember 2021. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium für Gesundheit finanzieren die Studie.

tagesschau.de: Corona in Kitas und Schulen: "Kinder sind keine Infektionstreiber"
Frankfurter Allgemeine: Corona-KiTa-Studie: Nicht jede Rotznase muss zu Hause bleiben
Monatsbericht der Corona-Kita-Studie September 2020
Anmeldung zum KiTa-Register und weitere Informationen zur Corona-KiTa-Studie

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