Teenager-Magazin Bravo wird 60 – Dr. Nora Gaupp kritisiert Blatt als zu konservativ

24. August 2016 -

Die „Bravo“ ist eine Legende in der deutschen Medienlandschaft. Sie hat viele Generationen durch die Jugendjahre begleitet. In dieser Woche feiert sie ihren 60. Geburtstag. Am 6. August 1956 erschien die erste Ausgabe. 1998 lag die Auflage bei 970.000 Exemplaren, heute sind es vierzehntäglich nur noch 130.000 verkaufte Hefte. Das ist kein Wunder, denn 94 Prozent der Jugendlichen nutzen regelmäßig ihr Smartphone, aber nur 19 Prozent lesen regelmäßig eine gedruckte Zeitschrift. „Früher hatte die Bravo quasi ein Monopol auf das Privatleben der Stars“, erläutert Dr. Nora Gaupp[1], Leiterin der DJI-Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher“ die Entwicklung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Ohne Social Media, die heute von den Stars selbst intensiv bedient werden, bot nur die Bravo „die Möglichkeit, herauszufinden, was die Backstreet Boys zu Abend essen und ob Michael Jackson Haustiere hat“. Außerdem bot die Bravo ein von den Erwachsenen abgeschotteten Terrain „eigene Jugendwelt", so Gaupp im ZDF[2]. Kritisch bewertet die Psychologin die konservative Haltung der Zeitschrift, alles sei brav nach Geschlechterstereotypen sortiert: „Junge Frauen haben schön, schlank, dünn, gepflegt zu sein, Männer stark und sportlich. Sexuelle Vielfalt, moderne Geschlechterrollen, Jugendliche unterschiedlicher Hautfarbe - Fehlanzeige.“