Methusalemkomplott und „Generation ich“ – Über die Jugend von heute

11. Juli 2016 -

Das negative Bild von jungen Menschen als „Generation Ich“ sei durch empirische Daten nicht zu belegen, sagte Martina Gille (DJI) im Gespräch[1] mit dem Deutschlandfunk. Die Leiterin des Kompetenzteams Jugend[2] im DJI-Survey AID:A erklärte mit Verweis auf jüngere Auswertungen[3], prosoziale Einstellungen hätten unter Jugendlichen einen hohen Stellenwert, ebenso wie die Familie und ein harmonisches Verhältnis zwischen den Generationen. Ihr stabiles Wertesystem verbinde hedonistische Elemente wie Genuss und Selbstverwirklichung mit konservativen Werten wie Treue, Verantwortung und Solidarität. Das vorherrschende Grundgefühl sei Optimismus. Allerdings müsse man auch differenzieren: Eine Minderheit junger Menschen, vornehmlich junge, bildungsferne Männer, denen der Einstieg ins Arbeitsleben nicht oder nur schlecht gelänge, sei ansprechbar für rechtspopulistische und rechtsextreme Parolen. Hier müssten berufliche Fördermaßnahmen besser greifen und eher einsetzen. Unterstützung bei der Bildungslaufbahn benötigten auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Insbesondere junge Frauen wählten hier immer noch deutlich schlechter bezahlte Berufe.Über das Generationenverhältnis und die Folgen des demografischen Wandels für die Demokratie diskutierte Martina Gille in einer Runde des SWR2-Forums mit dem Titel „Die Macht der Alten[4]“.