Elisabeth Helming – eine aufmerksame Streiterin für die Schwachen nimmt Abschied vom DJI

23. Juni 2016 -

Nach einem Vierteljahrhundert am DJI wechselt Elisabeth Helming Ende Juni in den Ruhestand. Damit verliert das Haus eine engagierte Wissenschaftlerin, die sich durch besonderen Respekt gegenüber den Menschen auszeichnete, deren Lebenslagen sie erforschte. Die gebürtige Ostfriesin kam mit 19 Jahren zum Studium der Soziologie nach München – und ist geblieben. Ihr Studium schloss sie mit einer Diplomarbeit über die „Bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland“ ab. Schon früh waren es die Benachteiligten und besonders Belasteten, die ins Zentrum ihres Forschungsinteresses rückten. Eines ihrer Projekte untersuchte in den 1980er Jahren die Lage alleinerziehender, berufstätiger Mütter. Auf der Basis eines Konzepts, das sie Anfang der 1990er Jahre für eine Gesundheitsberatung ausländischer Frauen entwickelte, entstand die Beratungsstelle Donna Mobile in München. 1991 kam sie an das DJI und arbeitete zum Thema der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH). Konstruktiv-nachhaltige Hilfe für Familien in gravierenden Unterversorgungslagen und der Schutz des Kindeswohls, insbesondere in Pflegefamilien, waren zentrale Forschungsthemen und sind es bis heute geblieben, ebenso wie ihr Fragen der Geschlechtergerechtigkeit am Herzen lagen. Aus ihrer entwicklungsorientierten Praxisforschung sind zahlreiche Standardwerke für die Soziale Arbeit entstanden. So ist Elisabeth Helming Mitautorin des Handbuchs „Sozialpädagogische Familienhilfe“ und Mitherausgeberin des 500-seitigen Handbuchs zur „Pflegekinderhilfe in Deutschland“. Familien in Risikolagen ebenso wie Betroffene sexuellen Missbrauchs profitierten in den Interviews gleichermaßen davon, dass die Wissenschaftlerin auch eine „ausgebildete“ gute Zuhörerin war – durch eine jahrelange Fortbildung in Eleutheropädie bei Daniel Le Bon in Brüssel.