Diskriminierung von LSBT*Jugendlichen: Mehr Akzeptanz durch Aufklärung
Acht von zehn lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans* Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind in Deutschland wegen ihrer sexuelle Orientierung oder geschlechtlichen Identität schon einmal diskriminiert worden, stellt Kerstin Oldemeier[1] gegenüber 3SAT nano fest. Wie belastend die Diskriminierung erlebt, hänge stark vom Kontext ab, ergänzt Dr. Claudia Krell[2] (DJI). Die Forscherinnen haben ein DJI-Forschungsprojekt[3] zum „Coming-out“ von LSBT* Jugendlichen durchgeführt, zu dem ein erster Bericht[4] vorliegt. Insgesamt ist der Prozess eine oftmals als ambivalent oder schwierig erlebte Zeit, wie Oldemeier betont. Am schwierigsten sei es für die jungen Menschen, sich gegenüber ihrer Familie und in der Schule zu offenbaren. „Das sind zwei elementare Lebensbereiche, denen sie sich nicht entziehen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen“, so Krell weiter. Mehr Akzeptanz durch Aufklärung auf verschiedensten Ebenen muss das Ziel sein, so ein Fazit der Studie. Aber wie? Beispielsweise müsse sich die Schule öffnen, betonen die Wissenschaftlerinnen, um Diskriminierung durch Aktionstage oder die Thematisierung im Unterricht gezielt abzubauen. Damit einher gingen die notwendige Qualifizierung von Fachkräften sowie der Ausbau von Beratungs- und Freizeitangeboten. Allerdings sei die Erreichbarkeit von Einrichtungen, wie zum Beispiel dem Jugendzentrum Diversity in München, allzu oft auf Großstädte beschränkt, bemängelt Krell in einem Interview mit dem DeutschlandRadio Kultur zum selben Thema.