Pädagogin, Migrationsforscherin, Medienexpertin der ersten Stunde: Dr. Christine Feil verabschiedet sich Ende März in den Ruhestand

24. März 2016 -

Die Berufsbiografie von „Christel“ Feil hat gleich in mehrfacher Hinsicht Ausnahmecharakter. Eine Verweildauer von 37 Jahren in einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung ist im Zeitalter befristeter Verträge heute eine Seltenheit; ebenso ein Berufsweg, der von der ausgebildeten „Kindergärtnerin“, wie es früher hieß, hin zur promovierten Soziologin führt. Aufgewachsen ist Christine Feil in der Nähe der Donaustadt Dillingen in Bayerisch-Schwaben. Nach ihrer Ausbildung übernimmt sie 1969 die Leitung eines privaten Kindergartens in München, bevor sie an der dortigen neuen staatlichen Fachhochschule für Sozialwesen ein Studium aufnimmt. Bereits während des anschließenden Studiums der Soziologie an der LMU München beginnt Christine Feil, für das Deutsche Jugendinstitut im Bereich „Berufs- und Arbeitskräfteforschung“ zu arbeiten. Aus der studentischen Hilfskraft wird eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, die sich im Verlauf der vielen weiteren Jahre zunächst der „Integrationsforschung und Ausländerpädagogik“ widmet. 1987 verschiebt sich der Forschungsschwerpunkt in Richtung Medienpädagogik. Der kommerzialisierten Mediensozialisation von Kindern ist ihre Promotion gewidmet. Im 1994 erschienenen „Handbuch: Medienerziehung im Kindergarten“ ist freilich noch keine Rede vom Internet. Die digitalen Medien stehen aber seit den späten 1990er Jahren auf ihrer Forschungsagenda. Die streitbare Pionierin, die die Wahrung des Kinder- und Jugendschutzes und die Untersuchung der (des-)integrativen Funktion des digitalen Kompetenzerwerbs von Beginn an auf ihre Fahnen geschrieben hat, nun als Pensionärin – für viele schwer vorstellbar.