Anforderungen an die Kinder- und Jugendhilfe nehmen zu
Trotz vergleichsweise guter Ausgangslage in Bayern gibt es auch hier auf kommunaler Ebene erhebliche Finanzierungsprobleme. Dies verschärft die ohnehin gestiegenen Erwartungen und wachsenden Herausforderungen, mit denen die Institutionen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe (KJH) in den nächsten Jahren konfrontiert sind. Dr. Christian Lüders[1] (DJI) benannte in einem Vortrag vor dem Bayerischen Landesjugendhilfeausschuss[2] die zentralen Themenkomplexe: Die Bereitstellung angemessener Unterbringungs-, Betreuungs- und Angebotsstrukturen für unbegleitete minderjährige wie auch junge erwachsene Flüchtlinge sei eine der dringlichsten Aufgaben. Daneben rücke im Zusammenhang mit der Reform des SGB VIII die Umsetzung der Inklusion weiter in den Fokus. Ebenso wichtig sei aber auch angesichts vielfältiger Formen gesellschaftlicher Spaltung, Politisierung und Radikalisierung die nachhaltige Förderung von Toleranz und Anerkennung von Vielfalt sowie demokratischer und rechtsstaatlicher Verfahren. Die Positionierung der Kinder- und Jugendhilfe im Zuge des Ausbaus der Ganztagsschulen bleibe weiterhin eine offene Frage und bilde nur eine von neuen Schnittstellen – z.B. mit der Behindertenhilfe, der Arbeitsverwaltung und dem Gesundheitssystem. Und nicht zuletzt müsse die KJH wegen des gestiegenen Legitimationsdrucks die Evaluationskultur weiter ausbauen.