Online Lunchbag Session

Bildungsbenachteiligung und Heimerziehung: Wie unterstützt die stationäre Jugendhilfe Heranwachsende auf ihrem schulischen Weg?

Datum: 16. März 2022 13:00 Uhr - 14:00 Uhr

Junge Menschen, die in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe aufwachsen, erreichen systematisch niedrigere Bildungsabschlüsse und besuchen überdurchschnittlich oft eine Förderschule. Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Daten aus der SOS-Längsschnittstudie (N=279) inwieweit dies mit dem Bildungsstand im Herkunftshaushalt zusammenhängt und welche Rolle dabei das Alter bei der Aufnahme in ein stationäres Angebot spielt. Es zeigt sich, dass ein geringer elterlicher Bildungsstand (definiert durch Haupt- oder Realschulabschluss und kein beruflicher Abschluss, kein Schulabschluss oder kein beruflicher Abschluss, unabhängig ob vom Vater oder der Mutter stammend) die Wahrscheinlichkeit eines Besuchs einer Förderschule erhöht. Dieser Transmissionseffekt verringert sich jedoch, wenn die Kinder noch vor dem Schuleintritt in die stationäre Unterbringung kommen.

Vortrag:
Dr. Veronika Salzburger ist seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Sozialpädagogischen Institut (SPI) des SOS-Kinderdorf e.V.. Sie forscht im Bereich der stationären Hilfen zur Erziehung und über Kinderdorffamilien und Leaving Care.
Ulrike Mraß ist seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) und seit 2017 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich psychische Gesundheit, bei den quantitativen Forschungsmethoden und der Projektberatung.

Moderation: Dr. Laura Castiglioni, DJI