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SUMMARY:Vorschläge für eine kohärente Gleichstellungspolitik. Zum 2. Gle
 ichstellungsbericht der Bundesregierung
DESCRIPTION:Am 9. Februar 2018 fand im DJI eine große Tagung zum Zweiten G
 leichstellungsbericht der Bundesregierung statt. Diese Berichte werden in 
 jeder Legislaturperiode veröffentlicht. Insgesamt liefert der Gleichstell
 ungsbericht eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen für Politik und Gesel
 lschaft. Die Tagung war eine Kooperationsveranstaltung des Deutschen Jugen
 dinstituts e.V.\, der Friedrich-Ebert-Stiftung Bayernforum\, der Frauenaka
 demie München\, der evangelischen Stadtakademie München und der Gleichst
 ellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München. \nEingeladen ware
 n Dr. Regina Frey\, Leiterin der Geschäftsstelle des Zweiten Gleichstellu
 ngsberichts\, die am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Fr
 ankfurt angesiedelt ist\, und drei Mitglieder der Sachverständigen-Kommis
 sion: Prof. Dr. Ute Meier-Gräwe\, Christine Schildmann und Dr. Ulrike Spa
 ngenberg. \nDr. Regina Frey präsentierte einen Überblick über die Theme
 n des Berichts. Eine Leitlinie ist das „Erwerbs-Sorge-Modell“\, das vo
 rsieht\, dass sich Partnerinnen und Partner in Beziehungen Erwerbs- und So
 rgearbeit zu etwa gleichen Teilen aufteilen und ein Teil der Sorgearbeit (
 z.B. Kinderbetreuung/Haushaltsarbeit etc.) an Externe ausgelagert wird. Bi
 sher zeigt sich ein Gender Care Gap\, d.h. eine Mehrarbeit von Frauen im B
 ereich der Ausübung bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit\, von über 80%
 . Rund um das „Erwerbs-Sorge-Modell“ drehten sich auch die anderen Vor
 träge. \nChristina Schildmann von der Hans-Böckler-Stiftung bezog sich i
 n ihrem Referat auf die Frage\, wie die Digitalisierung die Erwerbs- und S
 orge-Arbeit verändert und welche Auswirkungen dies auf die Gleichstellung
  hat. Sie wies darauf hin\, dass in den nächsten Jahren durch die zunehme
 nde Digitalisierung in typischen Frauenberufen große Veränderungen und e
 in erheblicher Arbeitsplatzabbau anstehen\, während die von Männern domi
 nierten Berufe in der Produktion schon zu großen Teilen digitalisiert sin
 d. Die zunehmende Loslösung der Arbeit von einem festen Arbeitsplatz kann
  zu Vor- und Nachteilen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen. D
 ie Grenzen zwischen Erwerbs- und Sorgearbeit verschwimmen\, was auf der ei
 nen Seite hilfreich sein kann\, um beide Bereiche zu vereinbaren\, aber au
 ch Risiken der Überbelastung birgt. Sie rät dringend dazu\, Fragen der D
 igitalisierung (auch) unter Gleichstellungsaspekten zu betrachten. \nProf.
  Dr. Uta Meier-Gräwe von der Universität Gießen zeigte in ihrem Beitrag
  auf\, wie sich ein Erwerbs-Sorge-Modell individuell und gesellschaftlich 
 auswirkt. Anhand von zwei typischen Szenarien konnte sie nachzeichnen\, wi
 e sich das Ehegattensplitting und damit verbundene Anreize für eine sehr 
 ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit innerhalb einer Partners
 chaft auf die individuelle Absicherung auswirken. Gleichzeitig wurde deutl
 ich\, dass die volkswirtschaftlichen Kosten durch die Subventionierung ein
 es Ernährermodells (etwa durch das Ehegattensplitting) deutlich höher si
 nd\, als wenn beide Partner/innen für die Erwerbsarbeit zur Verfügung st
 ehen und sich individuell absichern. Eingesparte bzw. zusätzlich erwirtsc
 haftete Gelder könnten sinnvoll in die Subventionierung von haushaltsnahe
 n Dienstleistungen und externalisierte Sorgearbeit einfließen. \nAuch Dr.
  Ulrike Spangenberg vom Institut für gleichstellungsorientierte Prozesse 
 und Strategien in Berlin setzte sich vor allem mit finanziellen Aspekten 
 – insbesondere bezogen auf das Steuer- und Sozialrecht – auseinander. 
 Dabei ging sie auf die Nachteile ein\, die nach aktueller Rechtslage aus d
 er ausschließlich indirekten Berücksichtigung von Sorgearbeit für die i
 ndividuelle Absicherung entstehen. So bieten etwa die beitragsfreie Kranke
 nversicherung\, die Hinterbliebenenrente oder das Ehegattensplitting währ
 end einer laufenden Ehe bzw. nach dem Tod der Partnerin oder des Partners 
 zwar eine gewisse Absicherung\, im Fall von Trennung und Scheidung aber ko
 mmt auf die Partnerin oder den Partner ohne eigene Absicherung eine massiv
 e finanzielle Unsicherheit bzw. Altersarmut zu.\nAuch hierzu bietet der Zw
 eite Gleichstellungsbericht Handlungsempfehlungen\, die ein geteiltes Erwe
 rbs-Sorge-Modell ermöglichen und eine gerechtere Verteilung der Absicheru
 ng gewährleisten (z.B. bessere Anerkennung von Pflegezeiten in der Rente 
 und ein Rentensplitting). \nDie rund 100 Teilnehmenden aus den Bereichen P
 olitik\, Wissenschaft und Gleichstellungspraxis\, die von der stellvertret
 enden DJI-Direktorin Prof. Dr. Sabine Walper begrüßt wurden\, hatten nac
 h den Vorträgen in einer offenen Konferenzzone die Möglichkeit\, die ver
 schiedenen Vorträge an Thementischen vertiefend zu diskutieren\, was sehr
  positiv aufgenommen wurde. Den Abschluss der Tagung bildeten eine Podiums
 diskussion zur Frage\, wie in der neuen Legislaturperiode mit den Empfehlu
 ngen des Gleichstellungsberichts umgegangen werden wird sowie ein Tagungsk
 ommentar von Dr. Karin Jurczyk\, der Leiterin der Abt. Familie und Familie
 npolitik am Deutschen Jugendinstitut.
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LOCATION:Deutsches Jugendinstitut\, Nockherstr. 2\, 81541 München
ORGANIZER:BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung\, DJI\, Ev. Stadtakademi
 e\, Frauenakademie München\, Gleichstellungsstelle LH München
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