Betriebsbelegschaften in Deutschland werden aufgrund der demographischen Entwicklung zunehmend multikulturell zusammengesetzt sein. Für Ausbildungsbetriebe besteht ein Kernproblem darin, die Qualifizierung von Auszubildenden und die Zusammenarbeit der späteren Fachkräfte so zu gestalten, dass die kulturelle Herkunft der Beschäftigten keine negativen, sondern positive Effekte auf die Arbeitsproduktivität, das Betriebsklima und die Zufriedenheit der Beschäftigten hat.
Das Ziel des XENOS-Projekts ist es, Ausbildungsbetriebe zu befähigen, eigenständig und schnell Betriebsanalysen durchzuführen, die ihnen Aufschluss über den Ist-Zustand und die Entwicklung der interkulturellen Zusammenarbeit unter Auszubildenden geben.

Für die von Iris Bednarz-Braun entwickelte Projektkonzeption erhielt das Deutsche Jugendinstitut den in Höhe von 200.000 € dotierten 1. XENOS-Preis der Bundesregierung zur "Förderung von Toleranz und Verständnis in Betrieben durch Wissenschafts-Praxis-Transfer".

Kooperationspartner des Projektes ist Gesamtmetall

Ausbildungsleitungen aus Großbetrieben haben einen hohen Bedarf an Informationen über die gelingende Zusammenarbeit unter Auszubildenden unterschiedlicher Herkunftskultur und ihren erfolgreichen Ausbildungsverlauf. Sie verfügen aber i.d.R. weder über das spezielle wissenschaftliche und empirisch-methodische Know How, noch über personelle und finanzielle Ressourcen, die ihnen dementsprechende eigenständige Betriebsanalysen ermöglichen. Es ist anzunehmen, dass dies auch auf kleine und mittlere Unternehmen zutrifft.

Das Ziel und der innovative Handlungsansatz des XENOS-Projekts besteht darin, Ausbildungsbetriebe zu befähigen, eigenständig, schnell und kostenlos Betriebsanalysen durchzuführen, die ihnen Aufschluss über den Ist-Zustand und die Entwicklung der interkulturellen Zusammenarbeit unter Auszubildenden geben. Dazu wird ihnen ein über das Internet zugänglicher Online-Fragebogen zur Verfügung gestellt, der von den Auszubildenden eines Betriebes bezogen auf Fragen zum interkulturellen Verständnis, zu ihren interethnischen Kontakten, zu ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit und Zufriedenheit im betrieblichen Ausbildungsalltag beantwortet werden kann.

Die Daten werden bei der Eingabe automatisch aufbereitet und ausgewertet, so dass sich die Betriebs- bzw. Ausbildungsleitung „auf Knopfdruck“ über die Ergebnisse der Befragung in Kenntnis setzen kann. Mit dem - je nach betrieblichem Bedarf - in zeitlichen Abständen wiederholten Einsatz dieses Befragungsinstruments kann jeder Betrieb die Entwicklung gelingender interkultureller Beziehungen unter seinen jungen Nachwuchskräften wie mit einem Barometer messen, d.h. ein entsprechendes Monitoring durchführen. Dieses Monitoring gibt z.B. Aufschluss darüber, ob sich über die verschiedenen Ausbildungsjahre hinweg im interkulturellen Miteinander und Verständnis unter den Auszubildenden Veränderungen abzeichnen, die gegebenenfalls betriebliche Maßnahmen zur Stabilisierung und Förderung der interethnischen Zusammenarbeit erforderlich machen.

Diese Seite verwendet Cookies um die Funktionalität sicherzustellen, Zugriffe zu analysieren und die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Durch die weitere Verwendung stimmen Sie der Verarbeitung von Cookies zu. Weitere Informationen und Hinweise zum Widerspruch finden Sie in der Datenschutzerklärung.