Ein vorurteilsfreies und demokratisches Miteinander und das Bewusstsein für diese Werte sollten in allen Lebensbereichen erfahrbar sein. Der Programmbereich „Engagement und Vielfalt in der Arbeits- und Unternehmenswelt“ im Bundesprogramm "Demokratie leben!" legt den Fokus auf demokratiefördernde Maßnahmen im Rahmen der Ausbildung und Erwerbsarbeit.

Auf dieser Grundlage werden bundesweit aktuell 20 Modellprojekte nichtstaatlicher Organisationen durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Ziel ist es, im Bereich der Arbeitswelt zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit Themen wie Vielfalt, Umgang mit Vorurteilen und Radikalisierung anzuregen. Gefördert werden unterschiedliche Maßnahmen wie z.B. Demokratieförderung von Auszubildenden, Sensibilisierung von Schlüsselpersonen zu Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie Stärkung und Unterstützung von Diskriminierung betroffener Personen.

Die wissenschaftliche Begleitung des Programmbereichs F wird innerhalb des Deutschen Jugendinstituts im Forschungsschwerpunkt „Übergänge im Jugendalter“ realisiert.

Auf der Basis von Interviews mit Projektumsetzenden und von Teilnehmendenbefragungen werden die 20 Modellprojekte in Hinblick auf die Innovation von Ansätzen und Methoden, Transferprozesse und fördernde sowie hindernde Bedingungen untersucht. Die zentralen Aufgaben der wissenschaftlichen Begleitung sind die Prozessbegleitung der Projekte auf der Programmbereichsebene, die Schaffung einer empirischen Basis für die Prozessbegleitung, sowie die Verbreitung der Ergebnisse und die Unterstützung des Austauschs zwischen den beteiligten Akteuren.

Vor diesem Hintergrund will die wissenschaftliche Begleitung Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Welchen Innovationsgehalt haben die Modellprojekte?     
  • Wie gelingt die Übertragbarkeit der Ansätze auf andere Bereiche der Berufsbildung und der Arbeitswelt?
  • Wie nachhaltig sind die Modellprojekte?

Zum einen wird untersucht, inwieweit die Modellprojekte vorhandene strukturelle Rahmenbedingungen (z.B. Netzwerke, Gremien usw.) nutzen und mitgestalten. Zum anderen wird geschaut, wie sich die konkrete Arbeit der Modellprojekte mit den Zielgruppen gestaltet. Auf der Ebene der operativen Umsetzung stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Welches sind die Zielgruppen der Modellprojekte und wie werden diese erreicht? Welche Erfahrungen machen Adressat/innen mit eingesetzten Ansätzen und Methoden?
  • Auf welche Bedarfe reagieren die Modellprojekte und welche Themen werden bearbeitet?
  • Wie werden die Programmziele in Projektziele übersetzt? Welche Ansätze und Methoden nutzen die Modellprojekte?
  • Wie gelingt die Gewinnung von Kooperationspartnern und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit?

Die wissenschaftliche Begleitung ist sowohl aus Elementen einer formativen als auch einer summativen Evaluation konzipiert. Angelegt ist somit eine Prozessbegleitung zur Optimierung und Verbesserung der einzelnen pädagogischen Maßnahmen, ebenso wie eine abschließende Bewertung und Bilanzierung der implementierten Prozesse.

Die empirischen Untersuchungen sind ein zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Begleitung. Bei den empirischen Erhebungen wird ein Methodenmix aus qualitativen und quantitativen Zugängen angewendet. Mit Hilfe qualitativer Befragungen kann die Breite an Feldwissen und komplexem Wirkungsgefüge abgebildet werden. Die Erfahrungen und Entwicklungen bei den Adressatinnen und Adressaten werden vor allem quantitativ erhoben. Bei allen empirischen Erhebungen sind Wiederholungsbefragungen geplant und so können Entwicklungen im Prozessverlauf sichtbar gemacht werden.

Es werden am Beginn und gegen Ende der Projektlaufzeit Interviews mit Projektumsetzenden in allen 20 Modellprojekten durchgeführt. Vertiefend sollen zusätzlich zur Vollerhebung auch sieben Fallstudien erstellt werden. Bei der Auswahl der Modellprojekte werden die Träger, Kooperationen, Handlungsschwerpunkte, die Vielfalt der Zielgruppen und eingesetzte Methoden berücksichtigt. Im Rahmen der Fallstudien werden zusätzlich wichtige strategische Kooperationspartnerinnen und -partner befragt. Die durchgeführten Erhebungen werden inhaltsanalytisch ausgewertet. Die empirische Untersuchung von Zielgruppen wird quantitativ durchgeführt. Die Befragungen werden schriftlich per Fragebogen oder online stattfinden.

Im Rahmen eines fachlichen Erfahrungsaustausches sind insgesamt sechs Entwicklungsworkshops vorgesehen. Bei der inhaltlichen Auswahl der Workshops werden neben den Befunden der wissenschaftlichen Begleitung auch die Bedarfe bzw. Nachfragen auf Seiten der Modellprojekte berücksichtigt. Die Ergebnisse der Entwicklungsworkshops werden dokumentiert und den Projekten zeitnah zugänglich gemacht.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Programmbereichs F werden den Projekten in Form von fortlaufenden Kurzberichten zur Verfügung gestellt. In einem analytischen Zwischenschritt werden Fallstudien zu ausgewählten Programmbereichsschwerpunkten erstellt. Der Öffentlichkeit wird nach Beendigung des Förderzeitraums ein integrierender Abschlussbericht zur Verfügung gestellt.

Kontakt

+49 345 68178-26
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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