Anlage des Projektes


Bei der Analyse und Erklärung ethnisch bedingter Selbstausgrenzung beziehen wir uns auf zwei theoretische Ansätze, die Theorie der sozialen Konstruktion von Ethnizität und die Theorie sozialer Identität - kurz SIT.
In Anlehnung an die genannten theoretischen Ansätze gehen wir davon aus, dass der Übergang von der Schule in Arbeit, wahrgenommene ethnische Diskriminierung oder Nichtdiskriminierung, ethnisch bedingte Selbstausgrenzung sowie soziale Integration oder Ausschluss unter jungen Einwanderern eng miteinander zusammenhängen.

Unser Vorgehen wird durch drei Orientierungshypothesen gerahmt:

  1. Eine erfolgreiche schulische und berufliche Integration fördert direkt die soziale Integration. Diese wiederum ist eine zentrale Bedingung für eine erfolgreiche Schulbildung, Berufsausbildung und die Integration in den Arbeitsmarkt.
  2. Rückzug und ethnisch bedingte Selbstausgrenzung sind mögliche Reaktionsweisen auf eine wahrgenommene Verweigerung/Diskriminierung der eigenen Ziele und Präferenzen des Jugendlichen. Diese werden insbesondere dann wahrscheinlich, wenn diese Verweigerung/Diskriminierung den ethnischen Eigenschaften des Jugendlichen zugeschrieben werden kann.
  3. Prozesse der Selbstausgrenzung beim Übergang von der Schule in den Beruf haben einen Dominoeffekt. Die Erfahrung ethnischer Diskriminierung in Schule, Ausbildung oder Beruf können zu einem Teufelskreis führen, der ausgehend von ethnisch bedingter Selbstausgrenzung zum Ausschluss aus dem Erwerbsleben sowie zur Ausgrenzung von der Zielgesellschaft führt.


Methodisch wird die Studie mit dem DJI-Übergangspanel (Link) verknüpft, eine bereits laufende Längsschnittuntersuchung im Bereich Übergang Schule – Beruf von insgesamt 4.000 Hauptschülern, von denen die Hälfte aus Einwandererfamilien stammt. Der schwierige und aufwändige Prozess, Zugang zu dieser Untersuchungspopulation zu erhalten, wurde bereits erfolgreich bewältigt. Um unsere Hypothesen zu überprüfen, wird das Übergangspanel für die Aussiedlerjugendlichen und die Jugendlichen türkischer Herkunft in der Untersuchungspopulation in den Befragungswellen 05 bis 07 um ein Modul zur Erfassung von wahrgenommener Diskriminierung und Ethnizität unter jungen Immigranten und ihre absichtliche Übernahme bestimmter ethnischer Eigenschaften („gelebte Volkszugehörigkeit“) erweitert.

Kontakt

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Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
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