Konzeption und Methode

  • Überprüfung der Inhaltsvaliditität (Aussagekraft)
    Verfahren führen in der Regel dann eher zu aussagekräftigen Ergebnissen, wenn der aktuelle Stand relevanter Grundlagenforschung und der Stand der Anwendungsforschung bzgl. vergleichbarer Instrumente einbezogen worden ist. Diese Anforderung wurde bei der Entwicklung und Überarbeitung des Kinderschutzbogens bereits an verschiedenen Stellen berücksichtigt. Es erfolgte eine tabellarische Gegenüberstellung der in den Modulen des Kinderschutzbogens verwendeten Einschätzfaktoren mit den im DJI-Handbuch Kindeswohlgefährdung herausgefilterten empirisch gestützten Faktoren.
  • Überprüfung der Reliabilität (Zuverlässigkeit)
    Um aussagekräftig zu sein, sollte ein Kinderschutzverfahren so klar und strukturiert sein, dass verschiedene mit der Anwendung vertraute Fachkräfte bei gleicher Fallgrundlage zu ähnlichen Angaben und Einschätzungen im Verfahren kommen. Anhand von 5 Fallskizzen auf der Grundlage realer Fälle bearbeiteten Fachkräfte der jeweiligen Jugendämter einen Kinderschutzbogen. Daraus erfolgte eine Kalkulation der Reliabilitäten.
  • Überprüfung der Kriteriumsvalidität
    Die Überprüfung basierte auf dem Gedanken, dass aussagekräftige Verfahren in erwartbarer Weise, Übereinstimmungen mit den Ergebnissen international etablierter, bereits besser geprüfter Kinderschutzverfahren aufweisen sollten. Zur Klärung dieser Frage wurden jeweils 8 zur Verfügung gestellte anonymisierte Kinderschutzfälle und zugehörige Kinderschutzbögen aus Stuttgart bzw. Düsseldorf erfasst, in zwei bis drei andere Risikoeinschätzungsverfahren eingewertet und die Kriteriumsvalidität kalkuliert.
  • Überprüfung der prädiktiven Validität
    Bei dieser Prüfung wurde untersucht, inwieweit Ergebnisse aus dem Kinderschutzbogen Zusammenhänge zum weiteren Fallverlauf (z.B. wiederholte Gefährdungsereignisse, Notwendigkeit eingriffsintensiver Jugendhilfemaßnahmen, notwendige Sorgerechtseingriffe) in Gefährdungsfällen aufweisen. Um Ergebnisse zu erhalten, bei denen der ausgefüllte Kinderschutzbogen den weiteren Fallverlauf nur vorhersagen, aber nicht beeinflussen kann, wurden insgesamt 60 ältere Fälle aus der Zeit vor der Einführung des Kinderschutzbogens herangezogen. Es erfolgte die Erstellung eines Datenblattes zur Verlaufsbeschreibung von Kinderschutzfällen, die Erfassung dieser älteren Kinderschutzfälle aus Stuttgart und Düsseldorf mittels des Kinderschutzbogens und dieser Verlaufsbeschreibung. Es galt dann, die Zusammenhänge zwischen Risikoniveau und Fallverlauf zu berechnen.
  • Überprüfung von Effizienz und Anwendbarkeit
    Die Frage, inwieweit der Kinderschutzbogen die Arbeit der Fachkräfte erleichtert oder erschwert, wurde im Rahmen der Einbeziehung objektiver Fallbearbeitungs-indikatoren, sowie der NutzerInnenperspektive bearbeitet. Auf der objektiven Seite wurde anhand einer größeren Stichprobe von 50 anonymisierten Kinderschutzbögen nach häufig auftretenden Lücken, offenkundig unplausiblen oder widersprüchlichen Angaben oder häufig auftretenden Redundanzen gesucht. Anhand eines Fragebogens wurden Jugendamtsfachkräfte nach dem Nutzen und der Anwendbarkeit des Kinderschutzbogens befragt. Zudem erfolgte eine telefonische Befragung von je 5 Leitungskräften aus den Jugendämtern Stuttgart und Düsseldorf zu deren Erfahrungen mit dem Einsatz des Kinderschutzbogens. Diese Ergebnisse wurden erfasst und ausgewertet.

Kontakt

+49 89 62306-245
Deutsches Jugendinstitut
Nockherstr. 2
81541 München

Gefördert / finanziert durch

Landeshauptstädte Düsseldorf und Stuttgart

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