Mit der Diskussion um die erste PISA-Erhebung hat das Thema (schulische) Bildung seit den 2000er Jahren noch einmal deutlichen Auftrieb erfahren. Auch gut eineinhalb Jahrzehnte nach der ersten PISA-Untersuchung muss wiederholt ein bereits damals zutage getretener Befund als zentral erachtet werden. So hat die soziale Herkunft einen bedeutsamen Einfluss auf den schulischen Bildungserfolg, auf die Zuweisung von Bildungs- und damit auch auf Lebenschancen.

Aber auch sozial-räumliche Bedingungen können eine benachteiligende Wirkung beim Bildungserwerb junger Menschen haben. Die schärfste Form der Segregation ist die Herausbildung sogenannter „sozialer Brennpunkte“. Dabei handelt es sich um Stadtviertel mit einer besonders hohen Konzentration sozial benachteiligter Menschen.

Als problematisch gestalten sich in diesen Quartieren auch die dort ansässigen Schulen, weil diese ebenso einer Spirale der Segregation ausgesetzt sind. Die Konzentration von Schülerinnen und Schülern mit schwierigen Herkunftsbedingungen führt dazu, dass im Stadtteil ansässige Familien mit besseren Ressourcen sich mehr und mehr in andere Quartiere zurückziehen und ihre Kinder damit auch andere Schulen besuchen.

Es stellt sich die Frage, wie Schulen in Brennpunkten nicht zu Orten werden, an denen Bildungswege des Scheiterns vorgezeichnet sind.

Die skizzierte Debatte wird nun wieder verstärkt durch das BMBF aufgegriffen. Das DJI unterstützt diesen Prozess und erstellt einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zum Thema „Schulen in benachteiligten sozialen Lagen“. Die Ziele des Textes gehen dabei in zwei Richtungen. Zum einen sollen Informationen generiert werden, die helfen, belastete Schulen in sozialen Brennpunkten zu identifizieren. Ein weiteres Ziel besteht in der Identifikation und Beschreibung von „good practice“ in diesem Feld.

Folgende Themen werden durch das Projekt aufgegriffen:

- Sozialräume und soziale Brennpunkte: Hierbei geht es v.a. um die theoretische Auseinandersetzung der Entstehung und Beschreibung sozial benachteiligter Räume. Es geht um die Identifizierung der wesentlichen Kriterien, an Hand derer sich Brennpunkte definieren lassen.

- Schulen in sozial benachteiligten Räumen: Es lassen sich eine Reihe von Themenfeldern ausmachen, die sich mit einzelnen Aspekten von Schulen in sozialen Brennpunkten beschäftigen. Ziel ist es, Indikatoren zu identifizieren, mittels derer belastete Schulen in sozial benachteiligten Räumen bestimmt werden können.

- Ansätze auf regionaler/ kommunaler Ebene: Hier geht es um Strategien und Initiativen zur Verbesserung der Situation vor Ort.

Die Ergebnisse sollen in eine geplante Fachtagung des BMBF im März 2019 einfließen.

Kontakt

+49 345 68178-48
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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