Wissenschaftliche Begleitung des Programmbereichs „Förderung der Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger“ (Programmbereich C)

Im Programmbereich „Förderung der Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger“ des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ werden zurzeit 35 (Stand Januar 2019) nichtstaatliche Organisationen in ihrer Arbeit durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt. Die geförderten Träger sind bundesweit für Demokratie und Vielfalt aktiv. Sie initiieren beispielsweise Fort- und Weiterbildungen, organisieren Vernetzung und Fachaustausch in verschiedenen Themen- und Strukturfeldern des Bundesprogramms, übernehmen z.B. durch Fort- und Weiterbildungen Aufgaben der Qualifizierung oder nehmen eine Mittlerfunktion zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf der Bundesebene ein.

Das Design der wissenschaftlichen Begleitung orientiert sich am Ansatz der „programmtheoriebasierten Evaluation“: Dabei werden mithilfe sogenannter „Logischer Modelle“ Annahmen über die Zusammenhänge von Kontextbedingungen, verfügbaren materiellen und immateriellen Ressourcen, Maßnahmen sowie Wirkungen im Programmbereich skizziert. Diese logische Modellierung dient im Sinne der Konstruktion einer "Programmtheorie" dazu, die Ziele sowie Erträge des Programmbereichs herauszuarbeiten und sichtbar zu machen sowie Veränderungen in der Anlage des Programmbereichs abzubilden, die sich im Programmverlauf ereignen.

Die wissenschaftliche Begleitung hat die Aufgabe, die Umsetzung der Programmbereichsziele zu untersuchen. Hierbei geht es zum einen vor allem darum herauszuarbeiten, wie sich die geförderten Organisationen zu bundeszentralen Trägern entwickeln, welche Aufgaben und Funktionen die Träger im jeweils geförderten Themen- und Strukturfeld übernehmen und wie sich die Handlungsfelder durch die Arbeit der Organisationen entwickeln. Zum anderen wird untersucht, welche Leistungen der Programmbereich als Ganzes hervorbringt.

Gegenstand der wissenschaftlichen Begleitung sind die Ausgangs- und Rahmenbedingungen der geförderten Träger sowie die Aktivitäten sowohl der nichtstaatlichen Organisationen in der Strukturentwicklung zum bundeszentralen Träger als auch der Programmgeber und weiterer, die Programmumsetzung unterstützender Akteure. Ferner richtet sich der Blick der wissenschaftlichen Begleitung auf die Frage, wem und wie welche Leistungen der Träger zugutekommen. In sogenannten „Resonanzorterhebungen“ wird dabei ermittelt, an welchen „Orten“ (z.B. Strukturen, Einrichtungen), für wen und auf welche Weise die Leistungen der Träger einen Nutzen stiften. In jährlichen Berichten werden die Entwicklungs- und Umsetzungsprozesse in Bezug auf die Programmbereichsziele sowie die Veränderungen und Herausforderungen für die Träger beschrieben und eingeordnet.

Die wissenschaftliche Begleitung ist als formative Evaluation mit partizipativen Elementen und summativen Anteilen angelegt und erfolgt in fortlaufender Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) sowie in enger Abstimmung mit den geförderten Trägern.

Die wissenschaftliche Begleitung im Programmbereich setzt auf ein Erhebungskonzept, das qualitative und quantitative Erhebungsverfahren kombiniert. Während quantitative Vollerhebungen Daten über alle geförderten Träger produzieren und Entwicklungsstände der Träger abbilden, dienen qualitative Erhebungen bei einem ausgewählten Teil an Trägern (Sample) dazu, einen tieferen Einblick in deren Umsetzungsprozesse und -herausforderungen zu erhalten. Neben Dokumentenanalysen, teilnehmender Beobachtung sowie leitfadengestützten Interviews kommen hierbei Fokusgruppen-Diskussionen zum Einsatz.

Die gewonnenen Ergebnisse werden im Rahmen von Workshops und Fachtagungen mit den beteiligten Akteuren diskutiert und dabei auch daraufhin überprüft, inwieweit sie den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung zum Programmbereich finden sich in den jährlichen Zwischenberichten:

Weitere Veröffentlichungen aus der wissenschaftlichen Begleitung:

Publikationen

  • Heinze, Franziska (im Erscheinen): Bewährte Modelle der Radikalisierungsprävention verbreiten. In: Marks, Erich u.a.: Tagungsdokumentation zum 23. Deutschen Präventionstag. Dresden
  • Reiter, Stefanie/Buchheit, Frank/Strobl, Rainer (im Erscheinen): Evaluation deradikalisierender Maßnahmen – Wirkungen der Prävention gegen gewaltbereiten Extremismus bestimmen. In: Zeitschrift für Evaluation. 18. Jg., H. 1
  • Heinze, Franziska/Reiter, Stefanie (2018): Methodische Standards der Evaluation zwischen Schema F und Innovation – Weiterführung einer politikfeldübergreifenden Diskussion. In: Zeitschrift für Evaluation. 17. Jg., H. 1, S. 188197
  • Reiter, Stefanie/Schmidt, Stefan/Strobl, Rainer (2016): Evaluation und politische Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse. Frühjahrstagung 2016 des AK Soziale Dienstleistungen in der DeGEval in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW). In: Zeitschrift für Evaluation. 15. Jg., H. 2, S. 342348

Vorträge

  • König, Frank/Heinze, Franziska/Greuel, Frank (21.09.2018): Zwischen Empowerment und Responsibilisierung. Staatlich geförderte Institutionalisierungs- und Professionalisierungsprozesse von Selbstorganisationen marginalisierter Gruppen. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen (ÖFEB) – Sektion Sozialpädagogik, Universität Salzburg
  • Heinze, Franziska/König, Frank/Reiter, Stefanie/Schroeter, Ellen (14.09.2018): Wirkungsannahmen gemeinsam auf der Spur. Logische Modellierungen als Vorbereiter von Resonanzorterhebungen. 21. Jahrestagung der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V., Technische Universität Dresden
  • Heinze, Franziska (12.06.2018): Bewährte Modelle der Radikalisierungsprävention verbreiten. 23. Deutscher Präventionstag. Dresden
  • Heinze, Franziska/Reiter, Stefanie (22.09.2017): Potenziale der Rekonstruktion von Erwartungen an Evaluierende. 20. Jahrestagung der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V., Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • Berg-Lupper, Ulrike/Heinze, Franziska/Reiter, Stefanie/Riedle, Stephanie/Wach, Katharina (22.09.2017): Zwischen den Stühlen? Rollenverständnisse und -aushandlungen von Evaluierenden an drei Beispielen. 20. Jahrestagung der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V., Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
  • Heinze, Franziska/König, Frank (22.09.2016): Soziale Nachhaltigkeit durch partizipative Evaluation. Zur Gestaltung von Evaluation in Programmen der Demokratieförderung (Posterpräsentation). 19. Jahrestagung der DeGEval – Gesellschaft für Evaluation e.V. School of Education der Universität Salzburg

    Kontakt

    +49 345 68178-29
    Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
    Franckeplatz 1
    Haus 12/13 06110 Halle

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