Wissenschaftliche Begleitung des Programmbereichs G, Teilbereich „Demokratie und Vielfalt im schulnahen Sozialraum“

Im Rahmen der Aufstockungen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" im Jahr 2017 wurde der Programmbereich G „Demokratieförderung im Bildungsbereich“ gestartet. Dieser setzt sich aus zwei unabhängigen Teilbereichen zusammen.

Im Teilbereich „Demokratie und Vielfalt im schulnahen Sozialraum“ fördert das BMFSFJ das Projekt „OPENION - Bildung für eine starke Demokratie“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS).

Aufgabe von OPENION ist es, im Kontext von Demokratiebildung Kooperationsbeziehungen zwischen den Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe und der Schule zu fördern. Hierfür sollen in der Projektlaufzeit Kooperationsprojekte zwischen Schulen und außerschulischen Partnern angeregt werden, in denen „zeitgemäße Formen“ der Demokratiebildung für und vor allem mit Kindern und Jugendlichen entwickelt und erprobt werden. Es verfolgt damit das Ziel, den Weg für Modelle gelingender Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule zu ebnen und diese nachhaltig zu etablieren. Damit einher geht der Anspruch, dass innerhalb der Kooperationskontexte die Partizipation von Heranwachsenden gestärkt wird.

Die Projektarchitektur fußt im Wesentlichen auf den drei Struktureinheiten Programmbüro, Servicebüro und Projektverbund. Das Programmbüro sowie die fünf Servicebüros übernehmen dabei die Organisations- und Koordinationsfunktionen, während die (bis zu 240) sog. Projektverbünde, bestehend aus Schule und mind. einem außerschulischen Partner, die ausführende Ebene darstellen. Diese Projektverbünde erhalten von der DKJS eine finanzielle Unterstützung von 2.000 € und werden fachlich von der Stiftung begleitet. 

Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung ist es, die Projektlogik und die Projektentwicklung zu rekonstruieren sowie die Aktivitäten auf den unterschiedlichen Ebenen OPENIONs unter einem evaluativen Blickwinkel zu betrachten.

Die wissenschaftliche Begleitung (wB) des Programmbereichs zielt (im Sinne einer „klärenden Evaluation“) darauf ab, die konzeptionellen Grundlagen und Strategien der Implementierung, Aufrechterhaltung sowie Nachhaltigkeit auf Ebene des Programm- sowie der Servicebüros herauszuarbeiten und zu systematisieren.

Auf der Ebene des Programm- sowie der Servicebüros sind deshalb folgende Fragen relevant:

  • Wie wird das Konzept des bundesweiten Projekts in den unterschiedlichen Struktureinheiten (Programm- und Servicebüros) rezipiert?
  • Welche Arbeits- und Kooperationsbeziehungen entwickeln sich zwischen den fünf Servicebüros und mit dem Programmbüro?
  • Welche Aktivitäten entwickeln die Servicebüros in Bezug auf die Landesministerien und die Umsetzung der Projektverbünde vor Ort? Konkret: Welche Strategien nutzt das Modellprojekt, um das Handlungsfeld Schule einzubinden?
  • Welche Strategien einer nachhaltigen Verankerung der Ansätze im lokalen Jugendhilfesystem nutzen die Koordinierungsstellen? Wie ist der Prozess der Aufbereitung und Verbreitung der auf der lokalen Ebene erprobten und als verbreitungswürdig erachteten Ansätze organisiert?

Auf der Ebene der Projektverbünde sollen die unterschiedlichen Ansätze der Demokratieförderung gebündelt und systematisiert werden. Besonderes Interesse gilt dabei den Kooperationserfahrungen der Projektdurchführenden sowie den Formen der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen in den Projekten.

Für die Ebene der Projektverbünde werden deshalb folgende Fragen gestellt:

  • Welche (innovativen) Ansätze der jugendbezogenen Demokratiestärkung auf der lokalen Ebene wurden durch die Projektverbünde entwickelt und verbreitet?
  • Wie sind Kinder und Jugendliche in die Entwicklung der Ansätze zur Demokratiestärkung eingebunden worden? Wie hat sich deren Einbeziehung auf den Entwicklungsprozess der Ansätze und die jeweiligen Ergebnisse ausgewirkt?
  •  Inwieweit konnten Kooperationsbeziehungen zwischen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe und Schule neu begründet, reaktiviert, gefestigt oder (auch in qualitativer Hinsicht) ausgebaut werden? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie förderlichen bzw. hinderlichen Bedingungen lassen sich in Bezug auf die Projektverbünde und die darin handelnden Akteure identifizieren? Welche Hinweise für Nachhaltigkeit der Kooperationsbeziehungen lassen sich erkennen?
  • Von welchen Erfahrungen berichten die Durchführenden der Projektverbünde in der Zusammenarbeit mit dem bundesweiten Akteur DKJS und ihren Servicebüros?

Mit Blick auf das Gesamtprogramm interessiert außerdem:

  • Welche Anknüpfungspunkte finden sich im Hinblick auf weitere Akteure im Bundesprogramm?

Die wissenschaftliche Begleitung wird ihre Erhebungen im gesamten Förderzeitraum auf qualitative sowie quantitative Methoden stützen.

Aufgrund der kleinen Grundgesamtheit auf der Koordinierungsebene (Programmbüro sowie fünf Servicebüros der DKJS) ist ein qualitativer Zugang geboten. Mittels Dokumentenanalysen (z.B. über die Stiftung und das Projekt) und leitfadengestützten Experteninterviews mit den Projektleitungen der Stiftung auf der bundesweiten sowie regionalen Koordinierungs- und Steuerungsebene soll die Rekonstruktion der übergreifenden Projektlogik und die Erfassung der Projektentwicklungen realisiert werden.

Die durchführenden pädagogischen Fachkräfte (der Schule sowie des außerschulischen Akteurs) der 240 Projektverbünde auf der lokalen Ebene sollen zum einen quantitativ über einen online-gestützten Fragebogen befragt werden, um einen Überblick sowie vergleichbare Aussagen über alle Projekte auf Projektverbundebene hinweg treffen zu können. Ein vertiefter Einblick in die pädagogische Praxis soll zudem über ein Sample von 10-12 Projektverbünden mittels Experteninterviews, teilnehmenden Beobachtungen und ggf. Adressatenbefragungen ermöglicht werden.

Um die Erfahrungen auf der Bundesländer-Ebene einzufangen, sind zudem qualitative leitfadengestützte Interviews mit einem Sample von vier bis fünf Landesvertretungen geplant.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung finden sich in jährlichen Zwischenberichten und sollen in Fachartikeln einer interessierten (Fach-)Öffentlichkeit zur Verfügung und zur Diskussion gestellt werden.

Das Projekt ist darüber hinaus in die Programmevaluation „Demokratie leben!" eingebunden und speist seine Erkenntnisse in diese ein.

Kontakt

+49 345 68178-29
Deutsches Jugendinstitut Außenstelle Halle
Franckeplatz 1
Haus 12/13 06110 Halle

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